Indianische Weisheiten im heutigen Kontext

Indianische Weisheiten haben auch heute in unser scheinbar modernen Welt ihre Berechtigung. Im Folgenden findest Du zehn Gedanken und ihre jeweilige Übersetzung in den heutigen Kontext:

  • Behandle die Erde und alles, was auf ihr lebt, mit Respekt
    • Schärfe Deinen Blick!
  • Bleibe stets in enger Verbindung mit dem Großen Geist!
    • Höre auf Deine innere Stimme!
  • Zeige großen Respekt vor Deinen Nächsten!
    • Bringe Dir selbst Respekt entgegen!
  • Arbeite gemeinsam zum Wohle der gesamten Menschheit!
    • Hilf, wo Deine Kräfte stark sind!
  • Hilf und sei gütig, wo immer dies gebraucht wird!
    • Lieber einmal zu viel helfen!
  • Tue das, von dem Du weißt, dass es richtig ist!
    • Denke nach, bevor Du handelst!
  • Kümmere Dich darum, dass Körper und Geist sich wohlfühlen
    • Wann hast Du das letzte Mal etwas für Körper und Geist getan?
  • Verwende einen Teil Deiner Anstrengung für das höhere Gute!
    • Höre auf Deine innere Stimme!
  • Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit
    • Sei zu Dir selbst ehrlich!
  • Übernimm die volle Verantwortung für alle Deine Taten
    • Nicht immer sind nur die Anderen schuld!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay)

So mancher Rückzug bringt mehr Wohlbefinden im Alltag

Die aktuelle Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen beansprucht seit bald zwei Jahren täglich unsere Aufmerksamkeit. Wir werden rund um die Uhr mit Nachrichten, Horrormeldungen, Fake News, politischen Botschaften und Meinungen bombardiert. Wir können dem Thema kaum entrinnen. Selbst wenn wir unseren Medienkonsum auf null reduzieren würden – also wenn wir bewusst die Informationskanäle via TV, Radio, Internet und Printmedien ignorieren. Denn sobald wir mit unseren Mitmenschen interagieren, kommt nach einer bestimmten Zeit das Gespräch auf die Coronathematik. Und wieder sind wir mittendrin in diesem „Hexenkessel der Information“, unsere Aufmerksamkeit geht wieder in eine Richtung, die wir eigentlich nicht wollen.

Der Eremit auf der Alm

Ich lade Sie zu einem Gedankenexperiment ein. Stellen Sie sich vor, Sie hatten im Frühjahr 2019 eine mehrjährige Stelle als Sennerin oder Senner in einem sehr entlegenen Gebiet in den Alpen angetreten. Sie sind absoluter Selbstversorger, leben völlig autark. Sie backen ihr Brot selbst, produzieren selbst Butter und Käse und ernähren sich von den Erzeugnissen aus eigener Schlachtung bzw. was Ihnen die Natur an Essbarem liefert. Da Sie keinen Strom haben, können Sie auch keine Nachrichten via TV, Radio oder mobilem Internet empfangen. Sie wissen nicht, dass seit dem Frühjahr 2020 große Teile der Welt in einem Ausnahmezustand befinden. Sie leben nur für sich, Ihre Tiere und die herrliche Bergwelt, die Sie umgibt. Eine tolle Vorstellung, nicht? Viele Menschen äußern in der aktuellen angespannten Situation den Wunsch, einfach aus dem Alltag auszusteigen – zumindest bis diese Pandemie ein Ende hat. Die Vorstellungen von einem derartigen Leben sind – gelinde gesagt – etwas geschönt. Denn unsere Geschichte mit dem Senner-Dasein bleibt natürlich nicht so idyllisch.

Konfrontation mit der Realität

Denn auch der einsamste alpenländische Hüttenbewohner benötigt Vorräte, Waren und Lebensmittel, die es auf seiner Alm nicht gibt. Also müssen Sie zumindest ein- oder zweimal im Jahr den Weg ins Tal suchen, um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Wie groß muss dann die Überraschung sein, wenn Sie dort auf Menschen treffen, die das gegenseitige Begrüßen nicht mit einem traditionellen Handschlag, sondern mit der „Ghettofaust“ besiegeln. Augen würden Sie auch beim Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft machen, wo plötzlich alle Masken im Gesicht tragen. Oder dass Ihnen wohl der Eintritt in den kleinen Werkzeugmarkt verwehrt wird, da sie keine Impfung erhalten haben und somit hier nicht als Kunde bedient werden können. Ihr sonst bei Ihren Besuchen im Tal obligatorische Besuch im Dorfwirtshaus muss diesmal aus demselben Grund entfallen.
Spätestens dann werden Sie wohl das Gespräch mit den Menschen vor Ort suchen und die Ursachen ergründen. In der Kürze der Erzählung werden Sie es voraussichtlich kaum fassen können, wie sich die gesellschaftlichen Strukturen binnen weniger Monate verändert hat. Irgendwann werden Sie wohl dem Dorf kopfschüttelnd den Rücken kehren und wieder den Rückweg zu Ihrer Almhütte antreten. Zurück in die – vermeintlich – heile Idylle. Weit gefehlt. Obwohl in der vertrauten Umgebung angelangt, beschäftigen Sie wohl in Ihren Gedanken die deutlichen Veränderungen bei den Menschen im Tal. Wie muss es dann erst in dichter besiedelten Gebieten zugehen, wenn schon im kleinen Dorf die Auswirkungen der Pandemie so stark spürbar sind, fragen Sie sich vielleicht. Auch wenn Sie für eine bestimmte Zeit das Leben in der Einsamkeit gesucht haben, sind Sie ein soziales Wesen und interagieren mit den Sorgen und Nöten Ihrer Mitmenschen. Selbstverständlich machen Sie sich auch Gedanken, wie Ihre Rückkehr in die Gesellschaft nach Beendigung der Tätigkeit auf der Alm ablaufen wird. Sie können sich trotz Ihres Einsiedlertums nicht von der Außenwelt abschotten. Sehr wohl können Sie aber den Umgang mit der Außenwelt selbst gestalten.

Zurück ins gesellschaftliche Universum

Die meisten Leser dieser Zeilen werden wohl kaum einen derartigen Lebensentwurf wie unser Senner haben. Die Geschichte soll aufzeigen, dass auch der einsamste Eremit nicht davor gefeit ist, wenn ein alles beherrschendes Thema über den Globus hereinbricht. Das gilt noch mehr natürlich für uns, die wir mitten im gesellschaftlichen Leben stehen und einem bestimmten Maß an Nachrichten kaum entgehen können.
Sie soll uns außerdem zum Nachdenken anregen, welche Anleihen wir – nicht nur in Zeiten von Corona & Co. – vom Eremiten-Dasein nehmen können. Etwa mit folgenden Fragen zur Selbstreflexion:

  • Woran erkenne ich, wann ein Rückzug für mich angebracht ist?
  • Welche Frühwarnsignale sendet mir mein Körper, wenn ich mit einem belastenden Thema überfordere und eine Auszeit brauche?
  • Welche neuen Sichtweisen auf ein Thema bringt mir dieser Abstand?
  • Wie schaut dieses „Abstand halten“ in der Praxis aus?
  • Mit welchen Menschen umgebe ich mich? Welche tun mir gut, welche weniger?
  • Woran merke ich, dass ich mir zu viele einseitige, negative Informationen auflade? Und was sind meine Gegenstrategien?

Gönnen Sie sich hie und da einen Rückzug

Fazit: Gönnen wir uns – analog zu unserem Senner – einen Rückzug, um belastende Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Mit dem Rückzug ist aber nicht eine physische Übersiedelung in alpine Regionen gemeint, sondern in gedanklicher Hinsicht. Die Rahmenbedingungen von herausfordernden Lebensphasen lassen sich zwar nicht ändern, aber sehr wohl unsere Herangehensweise. Wir entscheiden, ob wir in ein Thema einsteigen oder nicht. Dazu müssen wir nicht auf die Alm ziehen, die Veränderung beginnt bei uns selbst.

Auf ein baldiges Wiederlesen

Ihr Andreas Reisenbauer

Foto: Pixabay/tassilo111

Was brauche ich persönlich zum Leben? Relativ wenig...

Was bleibt übrig, wenn alles um dich herum wegfällt? Das ist eine Frage, die zwangsläufig Emotionen weckt.
Etwa der Verlust des Jobs oder der Verlust von Hab und Gut. Die Liste der „Verlust-Auslöser“ ließe sich noch eine Weile fortführen.
Schock, Trauer, Kontrollverlust, Ohnmacht und Unfreiheit – das sind die ersten Emotionen, die hochkommen, wenn wir die Auswirkungen derartiger Ereignisse bei Menschen beobachten.
Wir Menschen sorgen – nach Möglichkeit – allerdings vor, dass es nicht so weit kommt. Wir gehen Kompromisse in unseren Jobs ein, wir verwirklichen den einen oder anderen persönlichen Traum „vorsorglich“ nicht, wir begeben uns in (finanzielle) Abhängigkeiten von anderen Personen.

Natürlich wünschen wir uns selbst und auch keinem anderen Menschen, dass alles um einen herum zusammenbricht. Dennoch ist es das Thema wert, wenn wir uns auch in Zeiten des „Besitzens“ mit dieser Frage auseinandersetzen. Was bleibt übrig, wenn ich Hab und Gut verliere?

  • Wen habe ich dann noch an meiner Seite?
  • Wer ist dann nicht mehr an meiner Seite?
  • Wie raffe ich mich wieder auf? Wie sieht mein Neustart aus?
  • Was würde ich bei einem Neustart anders machen?

Bei der Reflexion dieser Fragen fällt mir eine Aussage eines Teilnehmers, die im Rahmen von einem meiner Auszeit-Programme von neue.pfade.natur gefallen ist. Wir verbringen bei diesem Programm drei Tage in der freien Bergwelt. Zu unserem Lagerplatz benötigen wir zu Fuß rund eineinhalb Stunden, auf unseren Rücken tragen wir alles, was wir an diesen drei Tagen an persönlichen Untensilien zum Leben und Schlafen benötigen. Abends beim Lagerfeuer kam der Teilnehmer zu einer interessanten Erkenntnis:

Schon beim Packen ist mir aufgefallen, ich brauche eigentlich nicht allzu viel, um ein paar Tage mit nichts oder wenig auszukommen.

Diese Erfahrung hat auch alle anderen Teilnehmer fasziniert. Natürlich kann man den bewusst gewählten dreitägigen Aufenthalt in der Wildnis nicht mit einem ungeplanten Verlust von Hab und Gut vergleichen. Nach den drei Tagen wechseln wir ja wieder zurück in unser doch komfortables Leben.
Eine Erkenntnis bleibt: Auch wenn wir für die Grundversorgung ein Mindestmaß an Komfort und sozialer Sicherheit benötigen – es ist meist sehr wenig, was wir tatsächlich zum Leben brauchen.

Dieses Beispiel soll keinesfalls ein Plädoyer dafür sein, dass wir ab sofort ein Eremitendasein abseits der Zivilisation und jeglicher Annehmlichkeiten einschlagen sollten. Vielmehr sollten wir uns dieses Beispiel vor Augen halten, wenn wir materielle Dinge im Leben anstreben.

Besitz wird dann ein Problem, wenn er uns besitzt.

Prüfen wir kritisch, ob die Anschaffung tatsächlich so wahnsinnig notwendig oder ob sie nicht auch entbehrlich ist. So manche Antwort wird uns wohl selbst überraschen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

(Bild von David Mark auf Pixabay)

Corona stellt Freundschaften auf den Prüfstand

Es wäre vermessen, Corona die Schuld zuzuschieben, dass Freundschaften zerbrechen. Die Pandemie und all ihre Begleiterscheinungen und die damit einhergehenden Polarisierungen wirken lediglich als Brandbeschleuniger. Die aktuelle Situation zeigt in vielen Lebensbereichen schonungslos Umstände auf, die nicht mehr zu unserem Lebensentwurf passen, die einer Änderung bedürfen.
Durch die aktuellen Zeiten stehen auch unsere Freundschaften auf dem Prüfstand. Angetrieben durch die mediale Berichterstattung und politische Kommunikation ist die Corona-Pandemie täglich in aller Munde. Um die Gesundheit selbst geht es in diesen Gesprächen oft nicht mehr. Es haben sich Lager gebildet, es haben sich Gräben aufgetan. Gräben, die sich oft quer durch Familien, Partnerschaften und eben auch Freundschaften ziehen.

Während es in Familien und Partnerschaften durch das enge soziale Netzwerk sozusagen „kein Entrinnen“ bei den Diskussionen gibt, ist dies bei Freundschaften etwas anders gelagert. Ich versuche es etwas provokant auszudrücken:

Corona gibt uns die Möglichkeit, Freundschaften zu überprüfen und ggf. sogar zu überdenken.

Ich möchte diesen Gedanken kurz weiterspinnen:
Es halt wohl in den letzten Jahrzehnten niemals ein derartiges Thema gegeben, das eine Gesellschaft derart entzweit hat. Die Grauschattierungen sind Geschichte – es existiert auf beiden Seiten der Lager nur mehr Schwarz oder Weiß. Es gibt in der öffentlichen Wahrnehmung nur mehr ein Entweder oder ein Oder. Ein paar „Kostproben“ gefällig?

  • Impfgegner vs. Impfbefürworter
  • Coronaleuger vs. Staatsgläubige
  • Youtube-Experten vs. Anhänger von Mainstream-Medien
  • Unsolidarische Menschen vs. solidarische Menschen

Die Liste ließe sich beliebig weiterführen. Beobachten Sie doch mal eine Kontroverse um die Coronapandemie in Ihrem Bekanntenkreis. Es dauert meist keine zehn Minuten, bis diese Lager in der Diskussion sichtbar sind – vorausgesetzt, dass es unterschiedliche Meinungen in dem Teilnehmerkreis gibt.

Nun gehen wir einen Schritt weiter und Sie diskutieren mit einem Freund oder einer Freundin über die Pandemie, ihre Auswirkungen und die damit verbundenen Maßnahmen der Regierungen. Und stellen Sie sich vor (wenn Sie es in den letzten eineinhalb Jahren ohnehin nicht selbst am eigenen Leib schon mehrmals erlebt haben), dass Sie eine andere Meinung (ganz gleich welche) wie Ihr Freund oder Ihre Freundin vertreten.
  • Wie gehen Sie miteinander um? Wird die Meinung des anderen gehört?
  • Wie emotional werden Sie oder Ihr Freund bzw. Ihre Freundin?
  • Kommen Untergriffigkeiten plötzlich an die Oberfläche?
  • Schaukelt sich das Gespräch immer mehr zu einem Streit auf?

Ganz gleich, welche Antworten Sie auf diese Fragen sich geben: Dem Coronavirus sind Ihre Freundschaften herzlich egal. Ihnen ist diese Freundschaft aber hoffentlich wichtig.

Dazu passt folgendes Zitat des französischen Schriftstellers Sully Prudhomme sehr gut:

„Zwei Freunde müssen sich im Herzen ähneln, in allem anderen können sie grundverschieden sein.“

Damit Sie sich nicht falsch verstehen: Sie müssen mit dem Menschen, mit dem Sie freundschaftlich verbunden sind, nicht einer Meinung sein. Ganz im Gegenteil – die andere Position könnte uns auch zum Nach- oder Umdenken bringen. Es muss in einem kontroversen Gespräch über ein Thema (auch bei Corona) auch keine gemeinsame Position herauskommen. Das ist nicht erforderlich – eine wahre Freundschaft hält unterschiedliche Positionen locker aus, bereichert diese sogar.

Aber was tun, wenn eine sachliche Diskussion unter Freunden nicht mehr möglich ist?

Die Coronapandemie und vor allem die Diskussionen rund um dieses Thema Nr. 1 haben aber sicher auch schon Ihnen in Ihrem Freundeskreis aufgezeigt, dass es so nicht weitergeht. Dass es kein Miteinander, sondern nur mehr ein Gegeneinander gibt. Nur die Meinung des Anderen zählt, Ihre eigene Meinung wird belächelt oder mit Totschlagsargumenten niedergeknüppelt.
Dieser Prozess findet natürlich schleichend statt. Ich möchte Sie zur Selbstbeobachtung einladen: Sollten Sie nach häufig auftretenden Kontroversen mit immer denselben Menschen eine Wut, Ärger oder Energielosigkeit verspüren, dann ist dies ein sicheres Zeichen, dass sich die Freundschaft in eine Richtung entwickelt, die beiden Beteiligten nicht mehr guttut.

Sie haben zwei Möglichkeiten zur Auswahl:
  • Sie machen einfach weiter wie bisher, klammern das kontroverse Thema aus bzw. versuchen es zu umschiffen
  • Sie führen mit dem Freund bzw. mit der Freundin ein finales, ernstes Gespräch – wo Sie Ihrem Unmut auf konstruktive Weise Luft machen. Und Sie zeigen ihrem Gegenüber die Konsequenz auf, wenn jedes Gespräch über ein Thema X in ein emotionales Gemetzel ausartet. Die da wäre: Rückzug Ihrerseits aus der Freundschaft!

Letzteres klingt wahrscheinlich für viele sehr hart. Schlechtes Gewissen, soziale Gesellschaftsnormen und natürlich die über Jahre emotional entstandene Beziehung lassen uns oft von diesem Schritt zurückschrecken und wie bisher weiter zu machen. Doch es gilt abzuwägen: Bleiben wir weiter in einer destruktiven Beziehung oder nehmen wir uns selbst ernst.
Auch ich selbst bin in der Vergangenheit in in meinem Freundeskreis vor einer Entscheidung wie dieser gestanden. Auch wenn ich mich letztendlich von einigen destruktiven Freundschaften verabschiedet habe – die Entscheidung habe ich mir in keinem dieser Fälle leicht gemacht. Und es hat auch lange Zeit gedauert, dass ich diese auch treffen konnte.
Eines sei aber festgehalten: Sobald man sich von diesen „Energievampiren“ gelöst hat, geht es einem besser. Man erhält viel qualitativ hochwertige Zeit zurück. Zudem stellt sich ein weiterer positiver Effekt ein: Sie sind wieder frei für neue Freundschaften, die Ihnen auch guttun und die auch andere Meinungen zulassen.

Schauen Sie also genau hin – eine echte Freundschaft (egal ob bestehend oder künftig) ist das wert!

P.S.: Durchforsten Sie bei dieser Gelegenheit auch ihre „Freunde“ in den sozialen Medien. Auch hier ist es manchmal sehr befreiend, sich von dem einen oder anderen „Freund“ zu lösen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

Bild von Iván Tamás auf Pixabay

Was tun, wenn etwas Selbstverständliches plötzlich nicht mehr da ist?

Damals in den 1880er Jahren, als auch in Deutschland die Elektrifizierung nach und nach in die Haushalte einzog, hätte sich wohl niemand gedacht, dass die elektrische Energie die Grundlage für unseren heutigen modernen Alltagsstandard darstellt. Obwohl wir seit Jahren die mahnenden Worte von Experten hören, die vor einem großflächigen Stromausfall (Blackout) warnen, können wir uns nicht im Geringsten vorstellen, dass wir mehr als ein paar Stunden von der Energieversorgung abgeschnitten sind. Welche chaotischen Auswirkungen ein längerfristiger Blackout auf unsere Gesellschaft haben könnte, zeigen diverse Übungsszenarien der Einsatzorganisationen auf. Noch drastischer wird diese Abwärtsspirale im Roman „Blackout“ von Marc Elsberg dargestellt. Sicherlich nicht übertrieben, denn es stellt sich laut den Energieexperten nicht mehr die Frage ob, sondern nur wann dieses Szenario der zusammenbrechenden fragilen Stromversorgung eintritt. Die Vorfälle in Südosteuropa oder Frankreich in den letzten Wochen waren eine erste Vorwarnung.
Was hat dies mit dem Grundthema dieses Blogs zu tun? Sehr viel! Strom ist unsere Lebensader und gleichzeitig eine Selbstverständlichkeit. Erst wenn diese Selbstverständlichkeit von der einen auf die andere Sekunde weg ist, erkennen wir den Wert derselben. Das Beispiel eines Stromausfalls können wir auf viele Lebensbereiche umlegen – und uns folgende Fragen zur Selbstreflexion stellen:
Wo gibt es in meinem Leben angenehme Selbstverständlichkeiten, deren Anwesenheit wir erst wahrnehmen, wenn sie weg ist?

Privater Bereich:
  • Glückliche Partnerschaft
  • Intakte Beziehungen zu Freunden oder Bekannten
  • Gutes Verhältnis zu den Kindern oder Eltern
Beruflicher Bereich:
  • Nette Kollegen
  • Gutes Arbeitsklima
  • Angenehme Vorgesetzte
  • Interessantes Arbeitsgebiet

Das strombedingte „Blackout“ dient auch in meinen Outdoor-Programmen von neue.pfade.natur als Metapher zum Reflektieren der obigen Fragebereiche. Hierfür ziehen wir uns mit Zelt & Co. für einige Tage in die freie Natur zurück, sorgen selbst für unser Essen und arbeiten anstehende Themen beim Wandern oder Outdoor-Aufstellungssequenzen auf. Gerade wenn das Selbstverständliche abwesend ist, öffnen sich oft erst die eigentlichen Themen.

Es ist nicht alles selbstverständlich, was man im Leben hat. Darum sollten wir die kleinen Dinge schätzen und lieben lernen. Denn es kann uns schneller genommen werden, als uns lieb ist.

Zitat: Nicole Oesterwind

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

(Bild von intographics auf Pixabay)

Analog vor Digital – Entschleunigung tut gut

Der Titel dieses Blogartikels erscheint auf den ersten Blick als Anachronismus. Während Wirtschaft und Politik in der zunehmenden Digitalisierung große Vorteile wähnen, hat diese natürlich auch seine Schattenseiten in der Gesellschaft. Folgende Zeilen sollen nicht als Plädoyer gegen die Digitalisierung verstanden werden, wohl aber als maßvollen Umgang mit derselben. Jeder Einzelne von uns kann für sich selbst entscheiden, wie viel „digital“ und wie viel „analog“ er in seinem Alltag haben möchte.
In einem Fachartikel der Tiroler Psychologin Johanna Constantini habe ich folgenden Satz aufgeschnappt:

„Weil das analoge Taschenmesser am Lagerfeuer dienlicher ist.“

Ein harter Vergleich, schließlich leben die Wenigsten von uns ihr Leben im Rahmen eines Dauer-„Survival Camps“. In seinem Kern ist dieser allerdings nicht unrelevant. Natürlich sind wir alle – der Schreiber dieser Zeilen eingeschlossen – von diversen digitalen Helferleins umringt. Sie vereinfachen viele Arbeitsabläufe, ja machen diese erst möglich. Ein Umstand, den wir gerade in Zeiten der Corona-Krise durch Homeoffice und -schooling erst erkennen. Wäre die Pandemie vor 25 Jahren über uns hereingebrochen, hätten wir diese digitalen Werkzeuge nicht bei der Hand gehabt. Auch viele andere Annehmlichkeiten bringt uns die Digitalisierung insgesamt, viele werden noch auf uns zukommen.
Der vorhin erwähnte Taschenmesser-Vergleich setzt allerdings bei einem ganz anderen Aspekt an. Er lädt uns ein, zu hinterfragen, in welchen Situationen wir gerne auf digitale Umgebungen setzen können – und in welchen wir uns dem Analogen zuwenden sollten.
Folgende kritische Fragen können wir uns daher alle jeden Tag stellen:

  • Wo ist ein persönliches Gespräch „Face-to-Face“ zielführender als via E-Mail, Messenger-Dienste oder Video-Telefonie?
  • Wo treibt mich die uns umgebende Digitalisierung in eine unbegründete Hektik?
  • Wann haben wir uns zuletzt eine digitale Auszeit gegönnt – und sei es auch nur bei einem entspannenden Spaziergang im Wald?
  • Welchen Stellenwert räume ich den so genannten sozialen Medien in meinem Leben ein?
  • Wann haben wir zuletzt einen Augenblick in der freien Natur einfach nur genossen und nicht gleich die beste Perspektive für das nächste Instagram-Posting gesucht?

Die Frageliste ließe sich wohl unendlich erweitern. Ein Tipp zum Schluss:

Dort, wo Du entscheiden kannst und willst: Nutze jede Möglichkeit und entscheide Dich für den analogen Weg. Nur dort bist du Gestalter und nicht Getriebener!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

(Bild von LUM3N auf Pixabay)

Mit Kraft, Mut und Klarheit durch die Krise

Der 1921 geborene französische Philosoph Egdar Morin (Foto: Wikipedia) setzte sich dieser Tage mit der aktuellen Coronakrise auseinander. Spannend sind die Betrachtungen Morins, der heuer seinen 100. Geburtstag feiern wird, allemal. Übernahm er doch im 2. Weltkrieg eine aktive Rolle in der französischen Résistance.
Zur gegenwärtigen Auswirkung der Pandemie auf die Menschen hat Morin einen klaren Standpunkt:

Die Krise macht uns verrückter und weiser. Eins und eins. Die meisten Menschen verlieren den Verstand und andere werden klarer. Die Krise fördert die gegenteiligsten Kräfte. Ich wünsche mir, dass es die kreativen Kräfte, die klaren Kräfte und diejenigen sind, die einen neuen Weg suchen, auch wenn sie noch sehr verstreut und schwach sind. Wir können uns zu Recht empören, dürfen aber nicht in Empörung erstarren.

Morin warnt seit Jahrzehnten vor einer Demokratiekrise, uneingeschränkter Profitkontrolle und die Missachtung der ökologischen Krise des Planeten Erde. Mahnende Worte findet er auch zu einem derzeit aufkeimenden Überwachungs-Totalitarismus. Er hat aber auch klare Worte für uns alle, um die Krise gut zu überstehen:

Ich wünsche mir Kraft, Mut und Klarheit. Wir müssen in kleinen Oasen des Lebens und der Brüderlichkeit leben.

Ich denke, das ist auch ein guter Tipp für uns alle – gerade und nicht nur in Zeiten wie diesen!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer