Indianische Weisheiten im heutigen Kontext

Indianische Weisheiten haben auch heute in unser scheinbar modernen Welt ihre Berechtigung. Im Folgenden findest Du zehn Gedanken und ihre jeweilige Übersetzung in den heutigen Kontext:

  • Behandle die Erde und alles, was auf ihr lebt, mit Respekt
    • Schärfe Deinen Blick!
  • Bleibe stets in enger Verbindung mit dem Großen Geist!
    • Höre auf Deine innere Stimme!
  • Zeige großen Respekt vor Deinen Nächsten!
    • Bringe Dir selbst Respekt entgegen!
  • Arbeite gemeinsam zum Wohle der gesamten Menschheit!
    • Hilf, wo Deine Kräfte stark sind!
  • Hilf und sei gütig, wo immer dies gebraucht wird!
    • Lieber einmal zu viel helfen!
  • Tue das, von dem Du weißt, dass es richtig ist!
    • Denke nach, bevor Du handelst!
  • Kümmere Dich darum, dass Körper und Geist sich wohlfühlen
    • Wann hast Du das letzte Mal etwas für Körper und Geist getan?
  • Verwende einen Teil Deiner Anstrengung für das höhere Gute!
    • Höre auf Deine innere Stimme!
  • Sei ehrlich und wahrheitsliebend zu jeder Zeit
    • Sei zu Dir selbst ehrlich!
  • Übernimm die volle Verantwortung für alle Deine Taten
    • Nicht immer sind nur die Anderen schuld!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Alexas_Fotos auf Pixabay)

Aufstellungen in Wolfsberg im Jahr 2022

Gerade eben wurden unsere Aufstellungstermine von Juli bis Dezember 2022 in Wolfsberg fixiert. Auf vielfachen Wunsch bieten wir ab sofort auch Systemaufstellungen an Samstagen an. Diese finden alternierend zu den gewohnten Donnerstag-Terminen statt.
Hier die Termine 2022 zur Übersicht:

  • 30. Juli 2022, 9 Uhr
  • 8. September 2022, 18 Uhr
  • 8. Oktober 2022, 9 Uhr
  • 10. November 2022, 18 Uhr
  • 10. Dezember 2022, 9 Uhr

Alle Detailinfos und Anmeldemöglichkeiten findet ihr hier.

Sei du selbst Lenker deiner Aufmerksamkeit

Seit Beginn 2020 sind die Menschen in Europa mit einem Phänomen konfrontiert, das es in dieser Form bislang nur in Kriegszeiten und Hungersnöten gegeben hat: Seit Beginn der Corona-Pandemie wurde die Aufmerksamkeit auf ein Thema gerichtet. Überlappt wird das Thema aktuell durch den ausgebrochenen Krieg in der Ukraine. Wieder wird die Aufmerksamkeit gebündelt auf ein Thema konzentriert.
Im Folgenden sollen jedoch nicht Hintergründe der medialen, politischen und gesellschaftlichen Fokussierung auf ein Thema erörtert werden – sondern vielmehr, wie wir uns aus diesem „Aufmerksamkeitsloch“ befreien können.

Denn eines ist klar: Wenn wir uns nicht bewusst entscheiden, gibt es kein Entrinnen aus dem „Aufmerksamkeitsloch“. All unser Denken, unser Handeln und teilweise sogar unsere Träume werden von diesem Thema dominiert. Die Szenarien schüren in uns eventuell sogar Ängste, die sich negativ auf unsere Psyche und in weiterer Folge auf unser Immunsystem auswirken. Der oft gehörte Ratschlag, den Medienkonsum auf null zu stellen bzw. in persönlichen Gesprächen das jeweils vorherrschende Thema auszuklammern, funktioniert nur bedingt. Eventuell ist dieser Tipp sogar kontraproduktiv, denn eine grundsätzlich gesunde, fundierte Information über Themen, die die Welt oder die Region bewegen, ist für einen mündigen Staatsbürger durchaus wünschenswert.
ABER: Selbstverständlich sollen wir selbst Lenker unserer Aufmerksamkeit sein. Wir – und nur wir – entscheiden, wohin sich unsere Aufmerksamkeit richtet. Gelingt uns dies nicht, werden wir zu Passagieren degradiert.

1. Schritt: Erkennen, dass ein Thema zu dominant wird

Deshalb ist es wichtig zu erkennen, wann Zeitpunkt erreicht ist, dass ein Thema zu dominant unseren Geist, unsere Psyche und letztendlich unsere Seele in den Bann zieht. Wenn unsere Gedanken ständig auf dieses Thema abschweifen, wenn wir in Gesprächen mit unterschiedlichen Gesprächspartnern ständig in dieses Thema „eintauchen“ und wenn uns negative Thema, mit dem wir beschallt werden, sogar um die Schlafqualität bringt, dann ist eine rote Linie überschritten.

2. Schritt: Einschränken der Informationsbeschaffung

Um die eigene Informationsbeschaffung kritisch zu hinterfragen, können folgende Fragen sehr hilfreich sein:
  • Welche Nachrichtenkanäle werden von mir genutzt (Internet, Radio, TV, Social Media etc.)?
  • Welche davon kann ich aktiv steuern, sodass ich bestimmen kann, wann und in welchem Ausmaß mich diese Nachrichten erreichen bzw. in welchem Umfang ich mich von diesen „erreichen lasse“?
  • Wie kann ich Gespräche, die ständig zum aktuellen Thema Nr. 1 abdriften, durch geschickte Fragen bzw. Redewendungen, einer positiven Angelegenheit zuwenden?

Eines sei angemerkt: Es geht bei dieser selbstkritischen Analyse nicht darum, in Vogel-Strauß-Manier die Augen vor den Geschehnissen der Welt zu verschließen. Es geht vielmehr darum, einen selbstbestimmten Umgang mit dieser Informationsflut zu erlernen.

3. Schritt: Was interessiert mich, worüber möchte ich informiert werden?

Es gibt speziell im Internet und auf Social Media genug Möglichkeiten und Werkzeuge, sich seinen Informationsstream nach dem eigenen Gutdünken und Interessen zusammenzustellen. Dort lässt sich z. B. auch gut ausklammern, welche Beiträge zu welchem Thema man nicht lesen oder hören möchte. Auch im TV ist mittlerweile durch die Streaming-Optionen das zeitversetzte Konsumieren nach entsprechender voriger Auswahl möglich.

Persönliche Haltung ist entscheidend

Durch die bewusste Lenkung unserer Aufmerksamkeit nehmen wir wieder am Fahrersitz Platz und agieren nicht mehr als bloße Beifahrer. Diese Vorgangsweise weitet auch unseren Blickwinkel, denn wie wir speziell in den letzten beiden Jahren erfahren mussten, wurden sehr viele Themen bewusst in der Öffentlichkeit platziert, um von anderen Themen abzulenken. Aufmerksamen Beobachtern des Zeitgeschehens und der Massendynamik gelingt es in der Regel leichter, diese Vorgänge zu durchschauen.

Zurück zur Normalität nach dem Tag X und dem Pandemieende – wollen wir das wirklich?

Der Tag X, an dem die Coronapandemie endet, kommt so sicher wie das Amen im Gebet – auch wenn es derzeit weltweit widersprüchliche Aussagen gibt, wann dieser Zeitpunkt eintritt. Aber er wird eintreten.
Dann kehrt endlich wieder eine Normalität ein. Darauf freuen sich schon jetzt viele Menschen. Die schlechte Nachricht ist:

Die „Normalität“, wie wir sie von früher her kennen, wird es nicht mehr geben.

Natürlich werden wir in absehbarer Zeit wieder ungehindert reisen dürfen, natürlich werden wir wieder ganz normal unsere Liebsten treffen und herzen können, natürlich werden wir wieder ganz normal in den Gasthäusern ein gutes Essen bei Tisch einnehmen, natürlich werden wir wieder Theater- und Konzertaufführungen besuchen können, natürlich…

Die Veränderung ist nachhaltig

Warum es trotz allem die „Normalität“, die wir von früher her kennen und vielleicht dieser sogar nachtrauern, nicht mehr geben wird, ist einfach erklärt:

Die Pandemie hat uns alle verändert. Wir sind nicht mehr jene Menschen, die wir vor 2020 waren.

Und das ist gar nicht negativ zu verstehen. Die Eindrücke, die auf uns eingeprasselt sind, haben viele von uns zum Nachdenken und Hinterfragen angeregt. Das war den Umständen geschuldet, denen wir ausgesetzt waren. Das Virus war hierzu nur der Auslöser, der Brandbeschleuniger. Die Umstände haben viele von uns nachhaltig verändert. Corona war auch ein Aufzeiger, ein Aufdecker von verborgenen Themen.

Betrachten wir unser Außen, unser näheres privates Umfeld: Viele in unserem Bekanntenkreis haben sich aus heiterem Himmel seit 2020 plötzlich die Frage gestellt, ob sie noch im richtigen Beruf, in der richtigen Partnerschaft, im richtigen sozialen Umfeld sind. Auch wir selbst haben uns wohl in einigen Lebensbereichen zu hinterfragen begonnen. Viele haben auch – trotz Krise – erste Änderungsschritte gesetzt. Das Phänomen ist global zu beobachten und kann daher nicht einfach als kurzfristiger Effekt abgetan werden. Wir haben gemerkt, dass es die von früher wohlbekannte „Normalität“ es oft nicht gut mit uns gemeint hat. Wir waren Mitspieler und Mitläufer und oft nicht am Steuerrad unseres Lebens.
Diese Erkenntnis hat etwas gemacht mit den Menschen – mit Millionen Menschen auf dem gesamten Erdball. Viele sind auch außerhalb ihres persönlichen Wirkungsbereiches kritischer mit globalen Entwicklungen geworden.

Zynische „Kollateralschäden“

Letztendlich ist durch die Corona-Pandemie und den damit verbundenen Maßnahmen ein Riss durch die Gesellschaft entstanden. Ein Riss, der durch Freundschaften, Partnerschaften, Familien und Arbeitskollegen geht. Dies als Kollateralschaden abzutun ist gleichermaßen unrichtig wie zynisch. Die Nachwirkungen werden weit länger als die Pandemie selbst andauern.
Dabei drängt sich natürlich die Frage auf: Wie kommen wir persönlich in den Jahren nach dem Tag X gut durch die Zeit?
„Gut durch die Zeit zu kommen“ entstammt genau jenem Denken, das wir aus der Zeit vor der Pandemie kennen. Damit haben wir uns damals zufriedengegeben. Karriere, gutes Einkommen, Familie, Wohnung oder Haus, diverse Besitztümer, Urlaube etc. Das war’s dann schon.
Die Kernfrage, was wir wirklich wollen, wohin wir uns wirklich entwickeln wollen, ist dem „Gut-durch-die-Zeit-zu-kommen“-Denken fremd.

Corona als Weiterentwicklungszeit

Sehen wir Corona mit all seinen Begleiterscheinungen für uns selbst als vom Leben geschenkte Weiterentwicklungszeit. Folgende Gedanken bzw. Fragen zur Selbstreflexion können Ihnen vielleicht den einen oder anderen Impuls liefern:

  • Welche Lebensziele habe ich mir gesteckt, welche davon erreicht und welche habe ich bereits aufgegeben?
  • Welchen „falschen“ Zielen bin ich bisher nachgelaufen, um
  • Welcher Sinn soll mein Leben hier auf der Erde haben?
  • Was muss ich an/in meinem Leben ändern, dass es sinn-voller wird?
  • Ausbildung, Job, Familie, Pension – wie möchte ich den Alltag dazwischen er- bzw. beleben?
  • Welche Abstriche mache ich derzeit bei Partnerschaften und Freundschaften? Wohin zieht es mich eigentlich?
  • Welche meiner Bedürfnisse habe ich bislang ignoriert?
  • Was tue ich aktiv, um Veränderungen in meinem Leben Wirklichkeit werden zu lassen?

Das Leben ist kein Wartezimmer. Die einzige Konstante im Leben ist die Veränderung – und sie beginnt bei dir!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

So mancher Rückzug bringt mehr Wohlbefinden im Alltag

Die aktuelle Pandemie mit all ihren Begleiterscheinungen beansprucht seit bald zwei Jahren täglich unsere Aufmerksamkeit. Wir werden rund um die Uhr mit Nachrichten, Horrormeldungen, Fake News, politischen Botschaften und Meinungen bombardiert. Wir können dem Thema kaum entrinnen. Selbst wenn wir unseren Medienkonsum auf null reduzieren würden – also wenn wir bewusst die Informationskanäle via TV, Radio, Internet und Printmedien ignorieren. Denn sobald wir mit unseren Mitmenschen interagieren, kommt nach einer bestimmten Zeit das Gespräch auf die Coronathematik. Und wieder sind wir mittendrin in diesem „Hexenkessel der Information“, unsere Aufmerksamkeit geht wieder in eine Richtung, die wir eigentlich nicht wollen.

Der Eremit auf der Alm

Ich lade Sie zu einem Gedankenexperiment ein. Stellen Sie sich vor, Sie hatten im Frühjahr 2019 eine mehrjährige Stelle als Sennerin oder Senner in einem sehr entlegenen Gebiet in den Alpen angetreten. Sie sind absoluter Selbstversorger, leben völlig autark. Sie backen ihr Brot selbst, produzieren selbst Butter und Käse und ernähren sich von den Erzeugnissen aus eigener Schlachtung bzw. was Ihnen die Natur an Essbarem liefert. Da Sie keinen Strom haben, können Sie auch keine Nachrichten via TV, Radio oder mobilem Internet empfangen. Sie wissen nicht, dass seit dem Frühjahr 2020 große Teile der Welt in einem Ausnahmezustand befinden. Sie leben nur für sich, Ihre Tiere und die herrliche Bergwelt, die Sie umgibt. Eine tolle Vorstellung, nicht? Viele Menschen äußern in der aktuellen angespannten Situation den Wunsch, einfach aus dem Alltag auszusteigen – zumindest bis diese Pandemie ein Ende hat. Die Vorstellungen von einem derartigen Leben sind – gelinde gesagt – etwas geschönt. Denn unsere Geschichte mit dem Senner-Dasein bleibt natürlich nicht so idyllisch.

Konfrontation mit der Realität

Denn auch der einsamste alpenländische Hüttenbewohner benötigt Vorräte, Waren und Lebensmittel, die es auf seiner Alm nicht gibt. Also müssen Sie zumindest ein- oder zweimal im Jahr den Weg ins Tal suchen, um sich mit dem Notwendigsten zu versorgen.
Wie groß muss dann die Überraschung sein, wenn Sie dort auf Menschen treffen, die das gegenseitige Begrüßen nicht mit einem traditionellen Handschlag, sondern mit der „Ghettofaust“ besiegeln. Augen würden Sie auch beim Einkauf in einem Lebensmittelgeschäft machen, wo plötzlich alle Masken im Gesicht tragen. Oder dass Ihnen wohl der Eintritt in den kleinen Werkzeugmarkt verwehrt wird, da sie keine Impfung erhalten haben und somit hier nicht als Kunde bedient werden können. Ihr sonst bei Ihren Besuchen im Tal obligatorische Besuch im Dorfwirtshaus muss diesmal aus demselben Grund entfallen.
Spätestens dann werden Sie wohl das Gespräch mit den Menschen vor Ort suchen und die Ursachen ergründen. In der Kürze der Erzählung werden Sie es voraussichtlich kaum fassen können, wie sich die gesellschaftlichen Strukturen binnen weniger Monate verändert hat. Irgendwann werden Sie wohl dem Dorf kopfschüttelnd den Rücken kehren und wieder den Rückweg zu Ihrer Almhütte antreten. Zurück in die – vermeintlich – heile Idylle. Weit gefehlt. Obwohl in der vertrauten Umgebung angelangt, beschäftigen Sie wohl in Ihren Gedanken die deutlichen Veränderungen bei den Menschen im Tal. Wie muss es dann erst in dichter besiedelten Gebieten zugehen, wenn schon im kleinen Dorf die Auswirkungen der Pandemie so stark spürbar sind, fragen Sie sich vielleicht. Auch wenn Sie für eine bestimmte Zeit das Leben in der Einsamkeit gesucht haben, sind Sie ein soziales Wesen und interagieren mit den Sorgen und Nöten Ihrer Mitmenschen. Selbstverständlich machen Sie sich auch Gedanken, wie Ihre Rückkehr in die Gesellschaft nach Beendigung der Tätigkeit auf der Alm ablaufen wird. Sie können sich trotz Ihres Einsiedlertums nicht von der Außenwelt abschotten. Sehr wohl können Sie aber den Umgang mit der Außenwelt selbst gestalten.

Zurück ins gesellschaftliche Universum

Die meisten Leser dieser Zeilen werden wohl kaum einen derartigen Lebensentwurf wie unser Senner haben. Die Geschichte soll aufzeigen, dass auch der einsamste Eremit nicht davor gefeit ist, wenn ein alles beherrschendes Thema über den Globus hereinbricht. Das gilt noch mehr natürlich für uns, die wir mitten im gesellschaftlichen Leben stehen und einem bestimmten Maß an Nachrichten kaum entgehen können.
Sie soll uns außerdem zum Nachdenken anregen, welche Anleihen wir – nicht nur in Zeiten von Corona & Co. – vom Eremiten-Dasein nehmen können. Etwa mit folgenden Fragen zur Selbstreflexion:

  • Woran erkenne ich, wann ein Rückzug für mich angebracht ist?
  • Welche Frühwarnsignale sendet mir mein Körper, wenn ich mit einem belastenden Thema überfordere und eine Auszeit brauche?
  • Welche neuen Sichtweisen auf ein Thema bringt mir dieser Abstand?
  • Wie schaut dieses „Abstand halten“ in der Praxis aus?
  • Mit welchen Menschen umgebe ich mich? Welche tun mir gut, welche weniger?
  • Woran merke ich, dass ich mir zu viele einseitige, negative Informationen auflade? Und was sind meine Gegenstrategien?

Gönnen Sie sich hie und da einen Rückzug

Fazit: Gönnen wir uns – analog zu unserem Senner – einen Rückzug, um belastende Situationen aus einer anderen Perspektive zu betrachten. Mit dem Rückzug ist aber nicht eine physische Übersiedelung in alpine Regionen gemeint, sondern in gedanklicher Hinsicht. Die Rahmenbedingungen von herausfordernden Lebensphasen lassen sich zwar nicht ändern, aber sehr wohl unsere Herangehensweise. Wir entscheiden, ob wir in ein Thema einsteigen oder nicht. Dazu müssen wir nicht auf die Alm ziehen, die Veränderung beginnt bei uns selbst.

Auf ein baldiges Wiederlesen

Ihr Andreas Reisenbauer

Foto: Pixabay/tassilo111

Durch Ändern der Gewohnheiten durchbrechen wir den Stress-Teufelskreis

Dr. Gerhard Weiland widmet sich seit Jahrzehnten als Arzt, Autor, Trainer und Coach ganzheitlich dem Thema Stress und der damit verbundenen ganzheitlichen Präventivmedizin. Im heutigen Experteninterview beleuchten wir die möglichen Auswege aus der Stressfalle.

Sie propagieren auf Ihrer Website die wohlbekannte Aussage „Längerer Stress schädigt unsere Gesundheit“. Viele Menschen werden dies bejahen, finden aber trotzdem keinen Ausweg aus der täglichen Stress-Spirale. Warum fällt es uns so schwer, aus diesem Teufelskreis auszusteigen?

DR. GERHARD WEILAND:
Der tägliche Stress entsteht meist durch unvorteilhafte Gewohnheiten. Unsere automatischen Abläufe passen oft nicht mehr zur aktuellen Lebenssituation. Wir Menschen entwickeln gerne gewisse Verhaltensmuster, weil wir sie bisher als normal, bequem und angenehm erlebt haben. Jede kleine Veränderung, die unser gewohntes Konzept stört, macht Unbehagen. Und Unbehagen erzeugt Stress. Das heißt: Der Ausstieg aus dem sogenannten Teufelskreis gelingt nur durch Verändern unserer Gewohnheiten! Wir schaffen das, indem wir fortlaufend unseren inneren unbewussten Widerstand gegen Veränderungen auflösen. Dafür gibt es einfache Werkzeuge und Strategien.

Veränderung passiert beim Menschen oft nur, wenn der Leidensdruck entsprechend groß ist. Welche Botschaft haben Sie für jene parat, die es gar nicht so weit kommen lassen möchten?
WEILAND: Wenn wir verstanden haben, dass Veränderung NOTWENDIG ist, brauchen wir auch keinen Leidensdruck mehr. Die Lösung lautet: Sich mit Veränderungen anfreunden. Wir können unsere Flexibilität und Anpassungsfähigkeit ständig verbessern. Genau das lernt man in meinem Stressmaster Training. Vorrangig geht es darum: Wie kann ich meine innere Haltung und mein äußeres Verhalten verfeinern, um meine Herausforderungen bestmöglich zu meistern?

Was erwartet die Teilnehmer bei dem 21-tägigen Stressmaster-Training?
WEILAND: In diesem Onlinekurs bekommen Sie Erfolgskonzepte für Ihre mentale, emotionale und körperliche Stressfitness. Mit einfachen Übungen lösen Sie unbewusste Blockaden rasch auf. Sie erfahren Profi Strategien für optimale Zielsetzung und Durchführung im Alltag. Effektive Release Techniken schaffen schnellen Abbau von Angst, Ärger und Frust. Zusätzlich lernen Sie spielerische Maßnahmen zum Aufladen Ihrer Energiedepots. Ihre persönliche Resilienz wird gestärkt. Der große Vorteil beim Stressmaster Training liegt im minimalen Zeitaufwand. Denn Zeit ist kostbar.
Sie brauchen täglich nur 10 Minuten. Und Sie erleben viel Spaß dabei.

Hat sich das Stressverhalten in den letzten Jahrzehnten in unserer Gesellschaft aus Ihrer Erfahrung verändert?
WEILAND: Tatsächlich tun sich immer mehr Menschen extrem schwer damit, den eigenen Stress zu managen. Die zunehmende Digitalisierung hat uns bequemer, passiver und auch abhängiger gemacht. Kreativität und Eigeninitiative verkümmern dadurch. Ungesunde Lebensführung und Bewegungsmangel verschärfen den Zustand.

Seit eineinhalb Jahren verharrt nahezu die gesamte Weltbevölkerung in einem kollektiven Stresszustand. Ängste, Spaltung und Resignation machen sich breit. Viele Experten sprechen bereits davon, dass die psychische Pandemie nach der aktuellen Krise ein weit schlimmeres Ausmaß annehmen wird. Was raten Sie Menschen, die schon jetzt unter dem Dauerstress massiv leiden?
WEILAND: Derzeit leben wir alle in einer echten Ausnahmesituation. Als Gesellschaft brauchen wir einen kollektiven Notfallplan für eine lebenswerte Zukunft. Außerdem kann sich jeder von uns fragen: Was kann ich selber dazu beitragen, damit wir unsere Welt und unser menschliches Zusammenleben humaner, gesünder und friedlicher gestalten können? Miteinander statt Gegeneinander lautet das Gebot der Stunde. Zum Beispiel: Egal ob geimpft oder ungeimpft – wir alle sitzen in einem Boot. Und momentan ist dieses Schiff in arge Seenot geraten. Es braucht Besonnenheit, Mitgefühl und auch Pragmatismus für ein sinnvolles Vorgehen. Ebenso sind Wahrheit und Ehrlichkeit Schlüssel zur Rettung. Mein dringender Rat an Sie: Meiden Sie Menschen, die Ihnen Angst machen, Sie unterdrücken oder bevormunden wollen! Ganz selten sind gute Absichten dahinter.

Auf einer Website schildern Sie viele Symptome zur Stress-Früherkennung. Daher eine paradoxe Frage, damit wir unseren Zielzustand visualisieren können: Welche positive Symptomatik ist bei uns bei Abwesenheit von Stress körperlich erkenn- und spürbar?
WEILAND: Ohne schädlichen Stress fühlen wir uns rundherum wohl. Wir sind innerlich ruhig und in Frieden. Unsere Stimmung ist heiter, wir sind voller Zuversicht und strahlen Vitalität und Lebensfreude aus. Wir spüren die Lebenskraft in allen Belangen.

Auch Sie sind vor bestimmten Stressoren im Alltag sicher nicht gefeit. Welche Strategien haben Sie für sich selbst entwickelt, um als Sofortmaßnahme in einer Situation sofort entgegensteuern zu können?
WEILAND: Wenn mir etwas in die Quere kommt, will ich ganz rasch wieder ins emotionale Gleichgewicht finden. Nur dann bin ich wieder richtig handlungsfähig. Dabei verwende ich eine Loslasstechnik aus dem Stressmaster Training. Auch regelmäßige Bewegung in der Natur gehört zu meiner Lebe Stressfit – Strategie.

Vielen Dank für das Gespräch!

Veränderungen im Leben: Was wir von den Pflanzen lernen können

„Die einzig gültige Konstante im Leben ist die ständige Veränderung“. Dieser wohlbekannte Satz sorgt sicher bei vielen, die in einen Veränderungsprozess unfreiwillig und unangekündigt hineingerutscht sind, für Unmut. Gerade in Zeiten wie diesen, wo altbewährte Systeme, die über Jahrzehnte Halt gegeben haben, zerbrechen.
Veränderungen stellen uns vor große Herausforderungen. Viele Menschen erreichen bzw. überschreiten die Grenzen ihrer Belastbarkeit, sowohl physisch als auch psychisch. Unter diesem Gesichtspunkt wirkt der eingangs erwähnte Satz sogar zynisch. Denn Veränderungen in unserem Leben sind ähnlich vergleichbar mit dem Umtopfen von Pflanzen – um einen Vergleich aus der Botanik zu nehmen. Alle Hobbygärtner wissen, dass dieser Umtopfprozess der Pflanze enormen Stress bereitet. Noch Tage nach dem Umtopfen „trauert“ die Pflanze, beim oberflächlichen Betrachten ist sogar zu befürchten, dass sie dieser Herausforderung nicht gewachsen ist und verkümmert.
So geht es auch uns Menschen in Veränderungsprozessen. Wir verkümmern vielleicht nicht optisch, sind aber mit vielen Gedanken beschäftigt – etwa:

  • Wir stellen uns die Frage nach dem Sinn des Lebens
  • Existenzängste machen sich breit
  • Beziehungen im privaten Umfeld stehen auf dem Prüfstand bzw. brechen weg
  • Starke Erschöpfung oder Lustlosigkeit machen sich breit
  • Emotionale Extreme werden häufiger – von „Himmel-hoch-jauchzend“ bis „Zu-Tode-betrübt“

So wie sich allerdings auch die Pflanze wohl oder übel nicht gegen das Umtopfen bzw. die Platzierung auf einen anderen Standort wehren kann, sind auch wir sind Aufgerufen, einen neuen, guten Umgang mit der neuen Situation zu finden. Natürlich steht auch uns Menschen wie bei den Pflanzen eine „Trauerphase“ zu. Dies sollte allerdings nicht zum Dauerzustand werden, denn sonst droht man sehr rasch, in eine depressive Abwärtsspirale zu geraten. Manche Zeitgenossen schaffen diesen Weg zum Agieren aus eigenem Antrieb, ziehen sich quasi selbst am eigenen Schopf wieder aus der Misere. Andere wiederum brauchen externe Hilfe – etwa in Form einer Psychotherapie oder einem Coaching.
Egal welchen Weg Du gehst: Wir können uns vor Veränderungen verschließen oder sie verdrängen. Sie werden allerdings immer wieder aufpoppen, bis wir uns ihnen stellen. Unserer körperlichen, geistigen und seelischen Gesundheit ist es nicht unbedingt zuträglich, wenn wir uns vor anstehenden Veränderungen drücken – im Hinterkopf sind diese immer präsent.
Es geht auch nicht darum, sich allen Veränderungen wie in einem reißenden Strom hinzugeben und jede Veränderung, die im Außen stattfindet, auch mitzumachen. Da wären wir wieder nicht bei uns, sondern im Außen. Sehr wohl müssen wir uns allerdings der Frage stellen, wie wir selbst auf die Veränderung reagieren.

Holen wir uns doch Anleihen in der Natur und kehren wir zu unserem Umtopfbeispiel zurück: Eine bestimmte Zeit nach dem Umtopfen erholen sich die meisten Pflanzen von diesem einschneidenden Erlebnis – vorausgesetzt, der Hobbygärtner hat alle pflanzenspezifischen Rahmenbedingungen berücksichtigt und ist nicht unsachgemäß vorgegangen. Die Pflanze bekommt neue Triebe und entfaltet eine vielleicht noch viel herrlichere Blütenpracht.
Diese Pracht in Deinem Leben wünsche ich auch Dir, wenn Du Dich mutig und entschlossen Deinen individuellen Herausforderungen und Veränderungsprozessen stellst. Gerne begleite ich Dich mit unterschiedlichen Settings .

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

Bild von congerdesign auf Pixabay

Was brauche ich persönlich zum Leben? Relativ wenig...

Was bleibt übrig, wenn alles um dich herum wegfällt? Das ist eine Frage, die zwangsläufig Emotionen weckt.
Etwa der Verlust des Jobs oder der Verlust von Hab und Gut. Die Liste der „Verlust-Auslöser“ ließe sich noch eine Weile fortführen.
Schock, Trauer, Kontrollverlust, Ohnmacht und Unfreiheit – das sind die ersten Emotionen, die hochkommen, wenn wir die Auswirkungen derartiger Ereignisse bei Menschen beobachten.
Wir Menschen sorgen – nach Möglichkeit – allerdings vor, dass es nicht so weit kommt. Wir gehen Kompromisse in unseren Jobs ein, wir verwirklichen den einen oder anderen persönlichen Traum „vorsorglich“ nicht, wir begeben uns in (finanzielle) Abhängigkeiten von anderen Personen.

Natürlich wünschen wir uns selbst und auch keinem anderen Menschen, dass alles um einen herum zusammenbricht. Dennoch ist es das Thema wert, wenn wir uns auch in Zeiten des „Besitzens“ mit dieser Frage auseinandersetzen. Was bleibt übrig, wenn ich Hab und Gut verliere?

  • Wen habe ich dann noch an meiner Seite?
  • Wer ist dann nicht mehr an meiner Seite?
  • Wie raffe ich mich wieder auf? Wie sieht mein Neustart aus?
  • Was würde ich bei einem Neustart anders machen?

Bei der Reflexion dieser Fragen fällt mir eine Aussage eines Teilnehmers, die im Rahmen von einem meiner Auszeit-Programme von neue.pfade.natur gefallen ist. Wir verbringen bei diesem Programm drei Tage in der freien Bergwelt. Zu unserem Lagerplatz benötigen wir zu Fuß rund eineinhalb Stunden, auf unseren Rücken tragen wir alles, was wir an diesen drei Tagen an persönlichen Untensilien zum Leben und Schlafen benötigen. Abends beim Lagerfeuer kam der Teilnehmer zu einer interessanten Erkenntnis:

Schon beim Packen ist mir aufgefallen, ich brauche eigentlich nicht allzu viel, um ein paar Tage mit nichts oder wenig auszukommen.

Diese Erfahrung hat auch alle anderen Teilnehmer fasziniert. Natürlich kann man den bewusst gewählten dreitägigen Aufenthalt in der Wildnis nicht mit einem ungeplanten Verlust von Hab und Gut vergleichen. Nach den drei Tagen wechseln wir ja wieder zurück in unser doch komfortables Leben.
Eine Erkenntnis bleibt: Auch wenn wir für die Grundversorgung ein Mindestmaß an Komfort und sozialer Sicherheit benötigen – es ist meist sehr wenig, was wir tatsächlich zum Leben brauchen.

Dieses Beispiel soll keinesfalls ein Plädoyer dafür sein, dass wir ab sofort ein Eremitendasein abseits der Zivilisation und jeglicher Annehmlichkeiten einschlagen sollten. Vielmehr sollten wir uns dieses Beispiel vor Augen halten, wenn wir materielle Dinge im Leben anstreben.

Besitz wird dann ein Problem, wenn er uns besitzt.

Prüfen wir kritisch, ob die Anschaffung tatsächlich so wahnsinnig notwendig oder ob sie nicht auch entbehrlich ist. So manche Antwort wird uns wohl selbst überraschen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

(Bild von David Mark auf Pixabay)

Die magnetische Wirkung von Angst und wie wir sie überwinden

Ängste funktionieren wie ein starker Magnet und manifestieren sich wie extrem starke Wünsche. Im Folgenden geht es explizit nicht um Ängste, die einen traumatischen oder phobischen Hintergrund haben, sondern um klassische „Alltagsängste“ wie:

  • Angst vor Jobverlust
  • Angst vor Einbrechern oder Überfällen
  • Angst vor Prüfungen
  • Angst vor dem Alleinsein
  • Angst vor einer Krankheit

Wenn wir vor etwas Angst haben, dann wünschen wir uns meist , dass etwas NICHT eintritt. Dass das NICHT ein starkes „Programmierwort“ ist, ist in jedem Standard-Rhetorikkurs zu hören. Wir konzentrieren uns durch das NICHT fokussiert auf das „Angstbild“. Wir machen uns nämlich zu viele Gedanken über das, was nicht eintreten sollen. Mehr noch: Wir schmücken diese eventuelle künftige Situation gedanklich sogar noch aus und kreieren somit ein „schönes“ Feld der Angst.

Wenn wir dieses NICHT in unseren Gedanken weglassen und uns dem STATTDESSEN oder dem ANDERS widmen, wird der Raum weiter, die Gedanken können wieder fließen und wir können uns auf neue Ziele einlassen. Wenn wir uns entscheiden, neue Gedanken über das zu denken, das eintreten soll, verändern sich unsere Bewertungen und Urteile gegenüber der eventuellen künftigen Situation. Wir orientieren uns an anderen Vorstellungen und programmieren unser Bewertungs-Schema neu. Die Angst wird geringer, wirkt weniger bedrohlich.

Hier ein paar hilfreiche Tipps, um die Angst umzuprogrammieren:
  • Erstellen Sie für sich ein konkretes Bild vor dem geistigen Auge, wie das STATTDESSEN aussehen soll
  • Sprechen Sie das, was ANDERS sein soll, konkret mehrmals aus – gerne auch lautlos und nur in Gedanken.
  • Spüren Sie in einer ruhigen Minute hinein, wie sich das ANDERS oder das STATTDESSEN anfühlt? Welche positiven Emotionen kommen dabei hoch?

Abschließend noch ein genereller Tipp, wie Sie intensiven Angstdruck mit einer Spontanintervention lindern können: Eine äußerst gute Methode gegen Angst ist das Singen. Wenn ein Mensch singt, ist es seinem Gehirn unmöglich, Angst zu produzieren. Jener dafür in unserem Gehirn zuständige Bereich ist dann blockiert.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Ihr Andreas Reisenbauer

Bild von Małgorzata Tomczak auf Pixabay