Familienaufstellungen in Wolfsberg

Heute ein kleiner Hinweis in eigener Sache: Sehr oft werde ich gefragt: Ihr bietet seit Jahren Systemaufstellungen in Kärnten, genauer gesagt in Wolfsberg, Systemaufstellungen an. Macht ihr eigentlich auch Familienaufstellungen?
Selbstverständlich, denn der Überbegriff für alle Aufstellungsarten lautet „Systemaufstellung“. Eine Familienaufstellung ist – zugegebenermaßen eine sehr bekannte, aber eben nur EINE Art der Aufstellung. Im Lauf der Jahrzehnte haben sich unter dem Überbegriff für Systemaufstellungen hunderte Sub-Arten der Aufstellungsarbeit etabliert. Die zweitbekanntesten Form sind Organisationsaufstellungen (für Anliegen aus dem unternehmerischen Bereich) oder auch die Körpersymptomaufstellungen (um den Hintergrund einer Krankheit zu erforschen ). Die Liste ließe sich mit Lösungsfokussierten Aufstellungsarten, Zielannäherungsaufstellungen, 12-Felder-Aufstellungen etc. noch deutlich erweitern.

Für den Klienten ist es auch zweitrangig, welche Aufstellungsart vom Leiter einer Aufstellung gewählt wird. Die Methodik wird gesondert im Vorgespräch geklärt, um gemeinsam mit dem Klienten das optimale Ziel zu erarbeiten.

Ich freue mich, Sie bei einer unserer nächsten Familienaufstellung in Wolfsberg begrüßen zu dürfen. ;-) Auch wenn sich dann z. B. im Vorgespräch herausstellt, dass eine andere Art aus der Großfamilie der Systemaufstellungen zum Einsatz kommen wird…

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von DorisNiebergall auf Pixabay)

Neue Kooperation mit GRAWE My Med

Seit kurzem bin ich mit meiner Praxis für Lebens- und Sozialberatung offizieller Kooperationspartner von „GRAWE MyMED – die neue Gesundheitsversicherung“.

Meine Leistungen können über den „Fitness- & Vorsorge“-Baustein GRAWE MyMEDpro gebucht werden! Nähere Infos gibt es hier.

Wie kann ich meinen Mann zu einer Paarberatung bzw. Paartherapie bewegen?

Wenn ein Paar vor einer schwierigen Situation steht, ist der Gang zum Paartherapeuten oder Paarberater oft ein erster Schritt aus der emotionalen Sackgasse. Da der Titel dieses Blogbeitrags suggerieren könnte, dass Männer tendenziell dieser Methode reserviert gegenüberstehen, möchte der – männliche – Schreiber dieser Zeilen folgendes festgehalten: Wir Paartherapeuten und Paarberater erleben das Phänomen in unseren Praxen, dass die männlichen Vertreter der oft gescholtenen „jüngeren Generation“ weit offener diesem Thema zugewandt sind. Will heißen: Für die 20- bis 30-jährigen ist eine Paarberatung ein ähnlich unaufgeregter Prozess wie der Gang zum Hausarzt des Vertrauens.
Selbstverständlich gibt es auch viele Vertreter meines Geschlechtes, die sich weit jenseits des 30. Lebensjahres befinden, und mit ihrer Partnerin bei einer Beratung die gemeinsame Paarbeziehung reflektieren bzw. ev. sogar Schritte zur Änderung einleiten.
ABER: Bei einem Großteil der Männer löst alleine das Wort „Paarberatung“ oder „Paartherapie“ einen allergischen Schock oder zumindest Schnappatmung aus. Sein intimstes Innerstes vor einer „Psycho-Tante“ oder einen „Psycho-Onkel“ auszubreiten – nein, das geht überhaupt nicht!
Hier eine kleine Auswahl an Ausreden, die Männer ihren Frauen präsentieren, wenn letztere die Paarbeziehung mit Hilfe eines außenstehenden Dritten verbessern möchten:
bq. „Das kriegen wir schon selber hin.“

„Fahren wir mal wieder ein paar Tage in die Therme, dann passt es schon wieder.“

„Ich weiß nicht, was du hast. Bei uns ist doch eh alles in Ordnung. Auch anderen Paaren geht es ab und zu mal schlechter.“

„Das wird schon wieder. Wahrscheinlich hast du es wieder mit deinen Hormonen…“

„Wenn wir öfters Sex hätten, hätten wir auch weniger Probleme und du wärst nicht so unzufrieden.“

Na, liebe weibliche Leserinnen dieses Blogartikels? Schon mal so eine Aussage von Ihrem „Schatzi“ vernommen?
Mit diesen Killerphrasen, die keine weitere Diskussion über dieses Thema zulassen, wird dann der Vorstoß der Frau abgehakt. Das Thema ist – zumindest für den Mann – vom Tisch. Und die Probleme werden weiterhin unter den Teppich gekehrt. Wohl wissend, dass diese sich im Laufe der Jahre zu einem immer größeren Berg an Verletzungen, Missverständnisse und unerfüllte Wünsche anhäufen werden.

Bevor ich speziell den geschätzten Leserinnen dieses Blogartikels ein paar Tipps mit auf den Weg gebe, möchte ich Sie ein wenig mit der männlichen Psyche vertraut machen, warum ein derartiges Vermeidungsverhalten erkennbar ist.

Achtung, nun folgende einige Generalisierungen, die im Einzelfall sich natürlich anders darstellen können:
Grundsätzlich ist für einen Mann ein Gang zu einer Paarberatung oder Paartherapie mit massiven Kontrollverlust verbunden. Welche Themen werden vom Berater/Therapeuten angesprochen? Werde ich mit Fehlern konfrontiert, für dich ich keine Gegenargumente habe? Wird die Situation dadurch vielleicht noch schlimmer? Werde ich Handicaps haben, weil ich mich kommunikativ nicht so gut ausdrücken kann?
Da die Beratungs- und Psychotherapieszene zu einem großen Teil von Frauen geprägt ist, kommt zudem noch die Angst des Mannes dazu, dass sich die Therapeutin oder auch die Beraterin mit der Partnerin solidarisieren könnte.
Dies sind die am häufigsten geäußerten negativen „Erwartungshaltungen“ von Männern gegenüber einer Beratung oder Therapie. Der Vollständigkeit halber sei hier erwähnt, dass dies speziell bei Männern in den ersten Anfangsminuten einer Beratung sogar durch eine immense Körperanspannung sichtbar wird. Dies verfliegt allerdings rasch, sobald „Mann“ merkt, dass hier ein gleichberechtigter Prozess wertschätzend moderiert wird.
Gut, nun kennen wir die Schwellenangst, die viele Männer eine Paarberatung meiden lässt.

Wie motiviere ich nun meinen Mann zu einer Paarberatung?

Jetzt sind wir bei der Einstiegsfrage dieses Blogartikels angelangt. Wie kann ich meinen Mann den noch zu einer Paarberatung bzw. Paartherapie bewegen?
Diese Frage kennt wohl jeder Psychologe, jeder Therapeut und jeder Berater nur zu gut. Hier einige Tipps in einer nicht zufällig gewählten Reihenfolge, wir beginnen bei der geringsten Eskalationsstufe – und gehen jeweils zur nächsten vor, wenn die vorherige Variante nicht zielführend war:

Eskalationsstufe 1:
Versuchen Sie in einem Gespräch mit Ihrem Mann die eingangs erwähnten Schwellenängste indirekt anzusprechen und die Sorgen zu zerstreuen. Überlassen Sie auch dem Mann die Wahl des Beraters oder des Therapeuten.

Eskalationsstufe 2:
Erklären Sie Ihrem Mann, dass Sie keinesfalls mehr gewillt sind, diese Beziehung so weiterzuführen wie bisher. Wenn Kommunikation unter den Partnern nicht möglich ist, braucht es eine außenstehende 3. Person. Setzen Sie Ihrem Partner eine Frist von zwei bis drei Wochen, wo er einen Termin für eine Paarberatung ausmacht.

Eskalationsstufe 3:
Ist diese Frist ergebnislos verstrichen, muss Ihr Partner die Konsequenzen spüren. Reduzieren Sie die Kommunikation auf das Nötigste (z. B. die gemeinsamen Kinder etc.) und reduzieren Sie Ihre Arbeitsleistung im gemeinsamen Haushalt drastisch. Sie werden sich wundern, was ein Berg von liegengebliebener Wäsche oder Geschirr schon so alles bewirkt hat.

Eskalationsstufe 4:
Gehen Sie in weiterer Folge auf räumliche Distanz in der gemeinsamen Wohnung bzw. im gemeinsamen Haus. Verlassen Sie auch das gemeinsame Bett. Zärtlichkeiten können eben nur ausgetauscht werden, wenn auch die Kommunikationsbasis stimmt.

Eskalationsstufe 5:
Unternehmen Sie viel mit Freundinnen und Bekannten, bleiben Sie auch das eine oder andere Mal über Nacht weg, ohne dies groß vorher anzukündigen.

Eskalationsstufe 6:
Fruchten all diese Schritte nichts, führt der Weg an einer Vorstufe von „Trennung auf Zeit“ kein Weg vorbei. Ihr Partner muss wissen, dass es Ihnen ernst ist. Ein Auszug über mehrere Tage bringt auch hier bereits oft Dynamik in das System.

Eskalationsstufe 7:
Erst der letzte Schritt sollte die klare Botschaft beinhalten: „Wenn du mit mir nicht bereit bist, an unserer Beziehung zu arbeiten, werde ich die Scheidung einreichen.“ Dazu müssen Sie dann auch bereit sein, den Kontakt zu einem Anwalt zu suchen, der ein solches Papier zumindest für Sie vorbereitet. Im besten Fall benötigen Sie dieses natürlich nicht wirklich. Es ist das allerletzte Druckmittel. Sollten Sie nicht verheiratet sein und in einer Partnerschaft leben, wäre das Äquivalent zum Scheidungspapier ein juristisches Schreiben bezüglich der Gütertrennung und die Regelungen bezüglich Alimente und Besuchslösungen, wenn es gemeinsame Kinder gibt.

Sie werden sich beim Lesen dieser Eskalationsschritte sicherlich gedacht haben: „Muss das wirklich sein, dass ich meinem Partner die Daumenschrauben derart ansetze, damit er mit mir einen Neustart macht?“

Die Antwort ist ein klares JA!

Schön wäre es, wenn Sie nicht bis zur Eskalationsstufe 7 gelangen müssten. Seien Sie aber versichert: Wenn Sie nichts unternehmen, bleibt dennoch nichts wie es ist. Die Beziehung verschlechtert sich über die Jahre sukzessive und Sie und Ihr Partner verlieren wertvolle Lebenszeit. Ganz zu schweigen von der Vorbildfunktion, die Sie für Ihre Kinder innehaben. Sie und Ihr Partner sind der erste Beziehungsentwurf für die spätere „Beziehungszukunft“ ihrer Kinder. All das, was Sie an Konfliktlösung und Beziehungsarbeit vorleben, wird Ihr Nachwuchs auch übernehmen. All das, was Sie unterlassen, ebenso.
Aus meiner jahrelangen Praxis kann ich Sie aber beruhigen: Viele Paare kommen nach Erreichen der Eskalationsstufe 7 zu mir in die Praxis – und schaffen endlich durch das gemeinsame Reden einen Neustart. Ohne Scheidung und ohne Trennung.
Auch Ihnen wünsche ich, dass Sie diese Kurve kratzen – auch wenn teilweise harte Bandagen angelegt werden müssen. Die sind leider nötig, denn das männliche Beharrungsvermögen (in vielen Situationen ein Vorteil) ist nicht zu unterschätzen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von domitian auf Pixabay)

Bahn frei für Frust und Demotivation: Wenn Mitarbeiter nicht gehört werden

In den 90er Jahren war „Korean Airlines“ die Fluggesellschaft mit den meisten Abstürzen, obwohl ihr Flugmaterial nicht schlechter war als das anderer Gesellschaften und obwohl die Koreaner gute Techniker sind und man daher kaum Zweifel an der Qualität der Wartung haben sollte. Was zu der hohen Unfallrate geführt hat, war die Interaktion im Cockpit zwischen Pilot und Co-Pilot. Da in Korea eine Kultur der strengen und nicht zu hinterfragenden Hierarchie herrscht, war es den jeweiligen Co-Piloten nicht möglich, sich inhaltlich in einen Konflikt mit den Piloten zu begeben, wenn die offensichtlich Fehler machten oder eine Situation unklar war und der Diskussion bedurft hätte…
Seit diese Erklärung gefunden wurde, werden die Cockpit-Mannschaften entsprechend – gegen die gegebenen kulturellen Erwartungen – trainiert. Die Fluggesellschaft hat seither ihren Ruf, die unfallträchtigste zu sein, verloren.

Nun, umgemünzt auf Unternehmen werden künstliche, hierarchiebedingte Kommunikationsbarrieren zum Glück keine tödlichen Folgen haben. Die Folgen sind eher monetärer Natur. Dazu leidet natürlich auch die Motivation sehr stark – wie folgendes Originalzitat aus einem meiner Seminarprozesse zeigt:

„Natürlich sehen wir oft, dass ein Projekt oder ein Vorhaben an die Wand gefahren wird bzw. der eingeschlagene Weg der falsche ist. Doch auf uns wird nicht gehört. Und wenn wir versucht haben, auf Fehler hinzuweisen, werden wir zurückgewiesen. Das frustiert.“
Ein Einzelfall? Schön wäre es. Leider zeigen im Alltag „hierarchiebewusste“ Vorgesetzte sehr oft folgende Persönlichkeitsmerkmale:
  • Sie können Kritik nicht annehmen
  • Sie bevormunden ihre Mitarbeiter
  • Sie gestehen Fehler selten/nie ein
  • Sie nutzen nicht das Know-how der Mitarbeiter für Verbesserungen

Keine neuen Erkenntnisse? Richtig! Dennoch in vielen Unternehmen trauriger Alltag. Dabei wäre es ein leichtes, hier im Alltag entgegenzusteuern.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Thomas Zbinden auf Pixabay)

Nicht Veränderbares auch einfach mal stehen lassen können

Das Schicksal des an Alzheimer erkrankten ehemaligen österreichischen Fußball-Teamchefs Didi Constantini ist dieser Tage durch das veröffentlichte zweite Buch „Abseits 2“ von seiner Tochter Johanna Constantini wieder in den Blickpunkt gerückt. In dem Werk gibt die Tochter des heute 64-jährigen Mannes Einblicke in den Umgang mit ihrem demenzkranken Vaters

Zum Markenzeichen des Tirolers wurde während seiner Trainerlaufbahn folgende Aussage:

Es is holt jetzt amol aso

(auf Hochdeutsch: „Es ist jetzt nun mal so.“)

Warum das in diesem Artikel ein Thema ist? Es geht um die persönliche Einstellung des ehemaligen ÖFB-Teamtrainers. Constantini verkörperte vor seiner Demenzerkrankung jemanden, der sich auch unter den widrigsten Umständen mit vorgegebenen Rahmenbedingungen abfinden konnte. (Und dieses „Es is holt jetzt amol aso“ gehört wie seine Phrase „Damit miaß ma lebn“ tatsächlich zu seinen Standard-Sagern).

Was wir daraus lernen können

Hinterfragen wir unser eigenes Verhalten: Wie oft jammern wir tage-, wochen-, ja sogar jahrelang über Umstände, die unser Leben scheinbar im Griff haben. Natürlich werden wir als lösungsfokussierte Menschen alles versuchen, um aus eigener Kraft oder mithilfe anderer diese Hindernisse aus dem Weg schaffen. Doch wie wir alle wissen, gelingt dies nicht immer oder nur bedingt. Ergo dessen müssen wir lernen, uns damit abzufinden oder zu ändern – getreu dem Spruch „Love it, leave it or change it“

In Beratungen und Aufstellungen kommen Menschen mit genau diesem Anliegen zu mir. Sie wollen lernen zu akzeptieren, wie sie mit Etwas leben können, das ihnen nicht behagt bzw. momentan nicht veränderbar ist. Gelingt dieser Schritt, berichten viele Klienten von einem „Befreiungsschlag“ bzw. „von völlig neuen Sichtweisen“.
Das wünsche ich auch Ihnen, liebe Leser von ganzem Herzen und vergessen Sie nicht:

Es is holt jetzt amol aso!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by John Hain from Pixabay)

Die 10 Regeln des Lebens, die für uns alle gelten

Die US-Amerikanerin Chérie Carter-Scott ist preisgekrönte Bestseller-Autorin und genießt seit den 1970er-Jahren den weltweiten Ruf als „The Mother of Coaching“. In einem ihrer Werke hat sie folgende „10 Regeln des Lebens“ formuliert:

Regel 1

Du wirst einen Körper erhalten. Ganz egal, ob du ihn liebst oder hasst – er gehört zu dir dein Leben lang. Also akzeptiere ihn, so wie er ist. Es zählen die inneren Werte.

Regel 2

Du wirst einige Aufgaben zu lösen bekommen. Das Leben gibt dir jeden Tag die Chance, etwas zu lernen. Diese Lern-Aufgaben sind jeweils speziell für dich gemacht. Sie anzunehmen und gut zu lösen hilft dir, den Sinn deines Lebens zu erkennen und es freudvoll zu gestalten.

Regel 3

Es gibt keine Fehler, nur Lernchancen. Deine Entwicklung zu mehr Weisheit und Bewusstsein ist ein Prozess von Versuch und Irrtum. Es ist unvermeidlich und Natur gegeben, dass die Dinge nicht immer so klappen, wie du es dir wünschst. Leidenschaft und Vergebung sind das Rezept gegen allzu harte Urteile – gegenüber dir selbst und anderen. Wenn du mit Ethik, Integrität und Humor durchs Leben gehst – und mit der Fähigkeit, auch über dich und deine Missgeschicke zu lachen – wirst du akzeptieren können, dass „Fehler“ einfach Lektionen sind, die es zu lernen gilt.

Regel 4

Die Lektion wird wiederholt, bis du sie gelernt hast. Was du vielleicht als Probleme, Herausforderungen, Irritationen oder Frustrationen wahrnimmst, sind weitere Aufgaben. Sie werden so lange wiederholt, bis du sie als Chancen begreifst und löst. Dazu ist es notwendig, dass du aufmerksam und flexibel bist. Akzeptiere auch, dass du nicht ein Opfer widriger Umstände bist – sondern dass dir Dinge passieren, weil du so bist, wie du bist. Andere oder „die Umstände“ für dein Schicksal verantwortlich zu machen, wäre eine bequeme Ausrede und Flucht. Du allein bist dafür verantwortlich, was dir passiert. Hier ist manchmal Geduld nötig, denn die Dinge ändern sich nicht unbedingt über Nacht.

Regel 5

Du wirst nie aufhören zu lernen. Während deines ganzen Lebens wird es immer wieder Aufgaben und Lernchancen geben. Gib dich dem Rhythmus des Lebens hin und sträube dich nicht dagegen. Freunde dich mit dem Lernen und der Veränderung an. Sei ehrlich und erkenne deine Schwächen an, sei flexibel und stelle dich auf neue Situationen ein. Wenn du auf Altem beharrst, nimmst du dir die Freiheit neuer Möglichkeiten.

Regel 6

Woanders ist es nicht besser als hier. Auf der anderen Seite des Zaunes mag das Gras grüner sein. Aber wenn du dorthin gehst, ist das nicht der Schlüssel zur Glückseligkeit. Sei dankbar für das, was du hast und für den Weg, den du gehst. Schau versöhnlich auf das, was dir vermeintlich fehlt, es würde dich nicht glücklicher machen. Lebe aufmerksam in der Gegenwart und du wirst Frieden finden.

Regel 7

Andere sind nur ein Spiegel deiner selbst. Du liebst oder hasst Dinge an anderen, die du an dir liebst oder hasst. Sei tolerant und akzeptiere die anderen, so wie sie sind. Entwickle deine Fähigkeit zur Selbstreflexion, damit du deine Gedanken und Gefühle immer besser verstehst. Negative Erfahrungen sind Chancen, alte Wunden bei dir zu heilen. Wenn du andere unterstützt, unterstützt du dich selbst. Gelingt dir das nicht ist das ein Zeichen dafür, dass du deine eigenen Bedürfnisse gerade vernachlässigst.

Regel 8

Wie sich dein Leben entwickelt, liegt bei dir. Du hast alle Fähigkeiten und Ressourcen, die du brauchst. Was du damit anfängst, liegt bei dir. Übernimm Verantwortung für dich und dein Leben. Wenn du Dinge nicht verändern kannst, lerne los zu lassen. Ärgere dich nicht lange über Unerfreuliches, denn negative Gedanken blockieren deinen Geist. Wir alle haben Kraft und Mut in uns – nutze beides um das zu tun, was richtig und wichtig für dich ist.

Regel 9

Die Antworten auf deine Fragen sind in dir. Vertraue auf deinen Instinkt, deine innere Stimme, deine Inspiration. Sieh hin, höre zu und vertraue dir.

Regel 10

Du wirst all dies bei deiner Geburt vergessen. Wir alle werden mit diesem Wissen geboren. Frühe Erfahrungen führen uns dann in eine physische Welt, weg von unserem spirituellen Selbst. So fangen wir an zu zweifeln, werden zynisch, verlieren Glauben und Zuversicht.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by Pexels from Pixabay)

Die abwesenden Väter

„Abwesende Väter“ – ein Thema, mit dem man wohl Bände füllen könnte. Dabei muss man allerdings unterscheiden zwischen einer völligen, teilweisen oder emotionalen Abwesenheit eines Vaters. Während bei den ersten beiden „Zuständen“ eher Tod, Adoption oder Trennung etc. im Vordergrund steht, ist beim dritten Zustand nicht nur ein Phänomen unserer heutigen Zeit erkennbar. Der Vater ist zwar physisch „vorhanden“, die Kinder spüren ihn aber nicht. Auch in Systemaufstellungen treten diese Faktoren sehr stark in den Vordergrund. Wichtig ist es, eine Unterscheidung zwischen den geschilderten drei Zuständen vorzunehmen. Wer sich etwas tiefer in das Thema einlesen möchte, dem sei dieser Blogbeitrag von Roland Kopp-Wichmann empfohlen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by PublicDomainPictures from Pixabay)

Das Loslassen und die Angst vor der Zeit danach

„Wenn man das Loslassen erst mal anpackt, hat man alle Hände voll zu tun.“ Dieses Zitat der Lyrikerin Almut Adler passt für viele Loslöseprozesse auf mannigfaltige Art und Weise, etwa
  • zwischen Kindern und deren Eltern
  • von alten Gewohnheiten oder Verhaltensmustern
  • beim Verabschieden von verbissen verfolgten Unternehmenszielen
  • beim Aufbrechen zu neuen Ufern (beruflich wie privat)

Die Liste könnte man wohl noch beliebig lang erweitern. Klienten fragen sehr oft, wie sie den richtigen Zeitpunkt zum Loslassen erkennen können. Die Antwort dazu ist simpel:

„Wenn das, was Sie anstreben, attraktiver ist als das, wo Sie herkommen bzw. womit Sie derzeit noch verhaftet sind“

Ich denke, diesen Gedanken kann man ruhig als Grundregel für sehr viele Loslöseprozesse betrachten. Wichtig ist aber auch, sich bei einem Loslöseprozess folgende Fragen zu stellen:

  • Was lasse ich zurück?
  • Welche künftigen Aufgaben stellen sich mir nun?
  • Kenne ich alle Konsequenzen und kann ich diesen auch zustimmen?
  • Welche Hilfen und Ressourcen werden mich beim Start in ein anderes Leben begleiten und unterstützen?

Diese Fragen helfen vor allem, sich der Angst vor der Zeit nach dem Loslöseprozess zu stellen und diese Schwellenängste abzubauen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by Emi Lija from Pixabay)

Wie Unternehmen "erfolgreich" scheitern

Für alle Leser dieses Blogs, die sich – gerade in Zeiten wie diesen – damit beschäftigen, wie Unternehmen und Organisationen oft falsch ticken, möchte ich das schon etwas ältere, aber dennoch brandaktuelle Buch Scheitern mit Erfolg von Holger Regber empfehlen. In elf verpackten Geschichten wird hier über den perfiden Unternehmens- und Beratungsalltag in modernen Zeiten berichtet. Sie sind gleichzeitig auch symptomatisch für die Arbeitsauf- und einteilung in vielen Organisationen. Die Auswirkungen sehen wir dann sehr oft in den ersten Bildern einer Organisationsaufstellung.

Indirekt gibt das Buch Antworten auf folgende Fragen:

  • … warum beschäftigen Behörden nach Umstrukturierungen in der Regel mehr Mitarbeiter und verursachen höhere Kosten?
  • … wieso scheint zwischen Wachstum und Selbstbeschäftigung im Unternehmen ein direkter Zusammenhang zu bestehen?
  • … weshalb werden immer die befördert, die in ihrem bisherigen Job gut waren, und nie die, die für eine neue Aufgabe tatsächlich geeignet sind?
  • … warum hat eine Qualitätsnorm nichts mit Qualität zu tun?
  • … wieso verursacht Arbeitsteilung Mehrarbeit?
  • … weshalb scheitern so viele Veränderungen?

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Sophie Janotta from Pixabay)