Scheitern vorprogrammiert: Flucht vor der eigenen Vergangenheit

Wer vor seiner Vergangenheit flieht, verliert immer das Rennen.

Der aus den USA stammende Lyriker, Dramatiker und Kritiker Thomas Stearns Eliot hat mit diesem Zitat klar auf den Punkt gebracht, welche Dynamiken in Familiensystemen vorherrschen. In Fluchtstrategien sind wir Menschen ohnehin unschlagbar, über Jahrzehnte kann es gutgehen, dass die eine oder andere persönliche Belastung aus der Vergangenheit scheinbar „ad acta“ gelegt worden. Meist wird in diesem Zusammenhang auch folgende abgedroschene Phrase erwähnt:

Die Zeit heilt alle Wunden.

Tut sie nicht, sie lindert vielleicht so manche Verletzung, Kränkung oder Abweisung aus der Vergangenheit – mehr aber auch nicht. Auch deckt die Zeit viele Wunden gerne zu.

Durch bestimmte Ereignisse oder Wiederholungen des erlittenen Musters werden diese Zeichen der Vergangenheit wieder empor geholt. Ganz gleich, ob sich die Betreffenden in eine Therapie, Beratung oder Systemaufstellung begeben – wichtig ist, dass der Vergangenheit ins Auge geblickt wird, um wieder die Zukunft in den Fokus rücken zu können.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Thanks for a like 👍 And ☕ a coffee 😉♥️ auf Pixabay)

Schauermärchen haben in der Aufstellungsarbeit keinen Platz

Schauermärchen über die Prozesse in systemischen Aufstellungen kennen wir wohl alle zur Genüge. Da ist die Rede von Männern, die sich weinend in den Armen liegen, Stellvertreter beinahe bewusstlos zusammenbrechen und man hört von kryptischen „Wortmeldungen“ Verstorbener. Speziell Personen, die bislang wenig bis keine Aufstellungserfahrung haben, gehen mit diesen Bildern und teilweise gemischten Gefühlen in eine Aufstellung als Klient oder Repräsentant – oder lehnen diese ob dieser Schauergeschichten kategorisch ab.

Was gerade noch getragen werden kann

„Aber wenn mir die Rolle zu schwer wird, steige ich aus“, hören wir immer wieder in der Vorstellungsrunde von Repräsentanten. Damit sind wir beim Thema der „schweren Rollen“. Selbstverständlich können Repräsentanten bei jeder von mir geleiteten Aufstellung die ihm/ihr zugedachte Rolle ablehnen. Natürlich auch während der Aufstellung. Dennoch mache ich sehr oft die Beobachtung, dass Repräsentanten genau jene Rolle zugeteilt bekommen, die sie auch „tragen“ können. Das finde ich eine überaus spannende Dynamik. Mögliche Erklärung: Vielleicht weiß das „wissende Feld“, welche Rollen wem zugemutet werden können und beeinflussen so die Repräsentanten-Auswahl durch die Klienten.

Aus meiner Erfahrung kommt es nur äußerst selten vor, dass die Anforderungen der Rolle „zu groß“ für den Stellvertreter sind und dieser über alle Maßen stark körperlich reagiert. Erst vor kurzem ist dies bei einer Aufstellung geschehen, die Repräsentantin wurde aus dem Prozess genommen und durch eine andere Stellvertreterin ersetzt. Der Prozess konnte so weiter gehen und eine gute Lösung für die Anliegenbringerin erarbeitet werden. Ich denke, es liegt in der Verantwortung des Gastgebers einer Aufstellung, diese Gratwanderung zu begleiten und gegebenenfalls Interventionen zu setzen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Ulrike Mai auf Pixabay)

Emotionale Intelligenz: In Zeiten künstlicher Intelligenz mehr denn je gefordert

Spätestens seit einigen Wochen ist das Thema „Künstliche Intelligenz“ (KI) in aller Munde – durch die Plattform Chat GPT , die mittels künstlicher Intelligenz Fragen umfassend beantworten kann. Sie fasst Texte zusammen, erstellt komplexe Präsentationsthemen oder journalistische Abhandlungen und kann sogar programmieren.
Chat GPT ist nur eine der Anwendungen von künstlicher Intelligenz, die in wenigen Jahren unser aller Leben mehr oder weniger verändern werden. Während es noch einleuchtend ist, dass – für den Menschen – stupide Vorgänge im Rechnungswesen oder der Betriebswirtschaft eine KI-Anwendung große Vorteile bringt, ist dies etwa beim Thema Information ganz anders gelagert.

Folgende Fragen stehen im Raum:

  • Wer hat die Kontrolle bzw. die Macht über die KI?

Ergo dessen ergibt sich die nächste Frage:

  • Wer entscheidet, was eine „richtige“ Information ist und was nicht?

Pandemie liefert einen bitteren Vorgeschmack

Einen Vorgeschmack darauf gab es – fern von jedem KI-Einfluss – während der Coronapandemie. Die großen Internet-Suchmaschinen, die allesamt mit den großen Finanzverwaltungen dieser Erde verknüpft sind, haben nur jene Suchergebnisse ausgespuckt, die auch dem gängigen Narrativ entsprechen. Alle anderen von diesem Narrativ abweichenden wissenschaftlichen Statements und Studien wurden zensuriert. Welche fatalen Folgen dies auf die Meinungsbildung und die Massenpsychose der Weltbevölkerung gehabt hat, ist uns nur allen sehr gut in Erinnerung.
Damit wurden Fakten, die sich jetzt als absolut richtig herausgestellt haben, bewusst unterdrückt. Die Aufarbeitung und die dadurch entstandenen Schäden an den Menschen, wird die Menschheit noch Jahre, wenn nicht Jahrzehnte beschäftigen.

Die Botschaften hinter der Information erkennen

Unter diesen Aspekten ist auch die weitere Etablierung von KI-Anwendungen zu betrachten. Ein vorschnelles Verteufeln wäre kontraproduktiv. Ob nun eine Information „richtig“ ist oder „richtig gemacht“ wurde, ist für den Laien kaum verifizierbar. Auch ein hoher Intelligenzquotient (IQ), der das intellektuelle Leistungsvermögen eines Menschen beschreibt, hilft uns da nicht weiter. Ganz im Gegenteil: Gerade Personen mit einem hohen Bildungsgrad und einem hohen IQ sind über knapp drei Jahre dem Corona-Narrativ blind gefolgt – und tun es teilweise auch heute noch.

Die gute Nachricht:

Es hat aber – bereits in den Anfangsmonaten – der sogenannten Pandemie viele Menschen gegeben, die das uns servierte Thema mit den Augen ihrer emotionalen Intelligenz betrachtet haben.

(Zur Erklärung: Unter emotionaler Intelligenz (EQ) versteht man die Fähigkeit, eigene Gefühle und die Anderer wahrzunehmen und zu verstehen.)

Rasch wurde diesen Menschen klar, dass hier Ängste bewusst geschürt und verstärkt wurden. Dass Menschen gegeneinander aufgehetzt und diskreditiert wurden. Die scheinbaren Diskussionen über Masken, Lockdowns, Impfungen und Testungen waren letztendlich nichts anderes als das Durchpeitschen eines Narrativs, das seit einigen Monaten vollständig in die Brüche geht.

Fazit:

Lernen wir aus den vergangenen drei Jahren der Mikrobenkrise und vertrauen wir mehr denn je auf die Fähigkeiten unserer emotionalen Intelligenz. So gelingt es uns leichter zu durchschauen, welche Botschaften hinter den Informationen tatsächlich transportiert werden – ganz gleich, ob diese von der Politik, den Medien, den Internetkonzernen oder einer künstlichen Intelligenz kommen.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Gerd Altmann auf Pixabay)

„Zeit für uns zwei“: Seminar für künftige Brautpaare

2023 finden nach mehrjähriger Pause in der Pfarre St. Marein wieder die Ehevorbereitungskurse „Zeit für uns zwei“ statt. Geleitet wird der abwechslungsreiche Seminartag von meiner Frau Claudia Reisenbauer und meiner Person. Schwerpunkte sind Diskussionen über alltägliche Herausforderungen in der Ehe und Partnerschaft. Ebenso gibt es Infos über die Gestaltung der kirchlichen Hochzeitsfeier. Wir beiden geben zum einen praxisorientierte Einblicke in das Leben als Paar und sprechen zum anderen über Erfahrungen aus ihrem beruflichen Alltag in der Arbeit mit Paaren . Zwei Termine stehen zur Auswahl:
  • 18. März 2023 (9 bis 15.30 Uhr)
  • 29. April 2023 (9 bis 15.30 Uhr)

Paare, die sich 2023 das Jawort geben wollen, sind schon jetzt herzlich eingeladen, sich einen der Termine auszusuchen und per E-Mail unter andreas.reisenbauer@syscomm.at bzw. 0650/460 16 78 anzumelden.

Die Referenten:
Claudia Reisenbauer ist selbständige Psychotherapeutin, diplomierte Ehe-, Familien- und Lebensberaterin und leitete mehrere Jahre eine Beratungsstelle für Psychotherapie und Lebensberatung in Wolfsberg. Ihre Beratungsschwerpunkte umfassen alle Familienbereiche – von der Erziehungs- und Jugendberatung bis zur Paar-Beratung und Trennungsbegleitung. Ihr Mann Andreas Reisenbauer widmet sich als selbständiger Lebens- und Sozialberater und Coach der Einzel- und Paarberatung, Männerberatung und der Begleitung von Menschen und Organisationen in schwierigen Arbeitssituationen.

Gegenwind als Motor für Veränderungen

Eine in der Fachzeitschrift „Current Directions“ in Psychological Science veröffentlichte Studie weist darauf hin, dass Unglück die entscheidende Herausforderung ist, die uns früher oder später dazu zwingt, neue Bewältigungsstrategien zu entwickeln.
Es ist die Unebenheit in unserem Lebensweg, bei der wir die Augen öffnen und unser tägliches Umfeld, unsere Komfortzone zu verlassen und unsere Haltung, keine Aussicht auf Sieg zu haben, hinter uns lassen. Das sind Momente, in denen es nur eine Art von Reaktion gibt: mutig zu sein.

Und vergiss nicht:
Wenn mal wieder – scheinbar – alles gegen dich läuft, denk daran: Jedes Flugzeug hebt immer gegen den Wind ab!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Bild von Cor Gaasbeek auf Pixabay)

Familienunternehmen: Die etwas andere Betriebsform

Sehr oft kommt es bei Organisationsaufstellungen vor, dass auch Inhaber oder Angestellte in Familienunternehmen ihre Anliegen vorbringen. Für uns als Gastgeber einer Organisationsaufstellung bedeutet dies, dass wir ständig auf mindestens zwei Systemebenen arbeiten müssen – nämlich im System „Firma“ und im System „Familie“. Oft ist zu beobachten, wie in Familienunternehmen diese beiden Systeme derart eng verwoben sind, sodass auch handelnden Personen selbst keine Trennung vornehmen können. Für mich war und ist es wichtig, auch die Strukturen und Verknüpfungen in Familienunternehmen verstehen können. Erst so kann ich meines Erachtens auch in der Aufstellung alle Aspekte des Familienunternehmertums betrachten.
Wer hinter die Kulissen von Familienunternehmen blicken möchte, dem sei das Buch Familienunternehmen beraten: Positionen und Praxisbeispiele ans Herz gelegt. Zwar ist das Werk von Klaus G. Deissler nicht aus dem Aufstellungskontext, jedoch eröffnet es doch eine sehr spannende Sichtweise auf diese Thematik.

Hier ein Auszug aus dem Klappentext:

Familienunternehmen werden nach aktuellen Statistiken zu 50 Prozent und mehr von der nächsten Generation übernommen. Mit der öffentlichen Anerkennung des Erfolges von Mehrgenerationen-Familienunternehmen geht jedoch oft eine Entwertung von Ein-Generationen-Familienunternehmen einher. Damit wird bei fast der Hälfte aller Familienunternehmen ein Versagen insbesondere bei der Nachfolgeregelung impliziert. Für die Beratung von Familienunternehmen ist dieser Umstand bedeutsam. So stellt sich die Frage, ob erfolgreiche Familienunternehmen notwendigerweise über mehrere Generationen hinweg bestehen müssen, oder ob sie nicht auch von ihren Gründern als zeitlich begrenzte Unternehmen angelegt und mit Erfolg geführt werden können.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by louisehoffmann83 from Pixabay)

Wenn aus Krisen Heil entsteht

Carl-Auer-Autor und -Verleger Fritz B. Simon hat bereits vor Jahren in seiner Online-Reihe Simons Kehrwoche sehr treffend weltweite Krisen unter die konstruktivistische Lupe genommen:

Eigentlich ist eine Krise ein großer konstruktivistischer Feldversuch, der belegen soll, dass Realität sozial konstruiert ist und dass diese Realität auf dieselbe Weise radikal verändert werden kann. Allerdings gilt auch hier, wie bei anderen Experimenten auch: Destruktive Effekte sind leichter zu erreichen sind als konstruktive…

Bezogen auf unsere privaten Krisen sollten wir uns daher in der konstruktiven Krisenbewältigung nach folgendem Leitsatz ausrichten:

Aus der Krise geht Erkenntnis hervor und aus der Erkenntnis entsteht Heil.

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

(Image by KBCH from Pixabay)

Tiere drehen sich global im Kreis – und wir sind mittendrin

Es sind Bilder, die unsere Aufmerksamkeit verdienen. Seit Wochen häufen sich im Internet die Aufnahmen von Tieren, die sich über Stunden und sogar Tage gemeinsam in exakten Kreisen bewegen. Den Beginn machte vor eine Schafherde aus der Mongolei, die dieses Verhalten an den Tag legte. Nun zeigen auch andere Tiergattungen auf dem gesamten Erdball dieses Phänomen: Raupen, Ameisen, Rentiere – ja sogar Orcas im Meer. Die bisherigen, dürftigen Erklärungsversuche der Wissenschaft in punkto Krankheiten konnten bereits nach wenigen Tagen entkräftet werden. Faktum ist, dass wir derzeit nicht wissen, warum die Tiere global dieses Verhalten zeigen. Ein weiteres Faktum ist allerdings, dass das Verhalten von Tieren immer klare Ursachen hat. Sie machen dies nicht aus Jux und Tollerei… Geschichtlich ist ein außergewöhnliches Verhalten von Tieren vor größeren Naturereignissen jedoch gut belegt. Sie dürfen über viele Epochen hinweg als Hinweis auf ein bevorstehendes Ereignis gedeutet werden. Es dürfte kein Zufall sein, dass diese globalen Phänomene im Kontext folgender Rahmenbedingungen stattfinden:
  • Höchste Vulkanaktivität weltweit
  • Extrem hohe Sonnensturm- und Atmosphärenelektrizität-Anstiege in den letzten Monaten
  • Nur mehr drei bis vier Monate bis zum Erreichen des Kipppunktes am 40. Breitengrad eines ev. bevorstehenden Polsprungs
  • Messbare Beschleunigung der Erdrotation
  • Tagelange Blackouts und Anomalien der Schumann-Frequenz (Eigenfrequenz bzw. „Herzschlag“ der Erde)
  • Wetteranomalien, die eindeutig den Veränderungen des Erdmagnetfelds zuordenbar sind.

Dass diese Veränderungen auch auf den Menschen einwirken, davon können viele hochsensible Menschen seit rund einem Jahr berichten. (Die anderen hingegen versuchen, schulmedizinischen Erklärungsversuche zu bemühen.)
Die globalen Tierphänomene sollten uns aber nicht in Angst und Panik versetzen, sondern eher unsere Aufmerksamkeit schärfen, dass unsere Erde vor einer großen Umwälzung steht. Eine Umwälzung, an die wir uns letztendlich wieder anpassen werden. Weltuntergangsszenarien sind dabei eher kontraproduktiv.
Da wir untrennbar mit der Erde verbunden sind, sind wohl eher folgende Reflexionsfragen angebracht:

  • Wo stehe ich in meinem Leben vor einer großen Umwälzung?
  • Was an ALTEM darf gehen, was an NEUEM darf kommen?

Unsere Aufgabe bis 2025: Raus aus dem Hamsterrad der Angst

Am Nebentisch in einem Restaurant durfte ich vorige Woche folgende – lautstark – geführte Diskussion notgedrungen mitanhören. Vordergründig ging es um die optimale Vorbereitung im Eigenheim auf einen großflächigen, mehrtägigen Stromausfall. Es blieb aber nicht beim Thema Blackout. Im selben Gespräch wurden auch die Coronapandemie, der Ukrainekrieg, die Energieknappheit, eine neue drohende Migrationsbewegung und die Klimakrise abgehandelt. Der gemeinsame Nenner dieser unterschiedlichen Themen war auch für einen Außenstehenden wie mich rasch identifiziert: Angst!
Angst vor dem Ungewissen, Angst vor Verlust des eigenen Wohlstandes, Angst vor dem gefürchteten Verlassen der eigenen Komfortzone, Angst vor….

Die Liste ließe sich beliebig fortführen. Tun wir hier aber nicht, um nicht selbst in dieses Angstloch hineinzukommen.
Ja, es ist vieles ungewiss. Deutet man die Signale von völlig unterschiedlichen Quellen richtig, zeigt sich ein klarer roter Faden: Die aktuellen herausfordernden Zeiten werden bis 2025 auf jeden Fall andauern. (Anmerkungen: Es sind übrigens auch jene Quellen, die Ereignisse der letzten gut zweieinhalb Jahre in der Mikrobenkrise beinahe minutiös vorhergesagt haben. Ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich daher allemal, um diese Quellen auf ihre Seriosität hin zu überprüfen).
2025? Was, noch so lange? Auch wenn es für viele kaum aushaltbar ist, lichtet ein schonungsloser Blick in die Realität so manchen Nebel. Ein Nebel, der sich für viele derzeit so gestaltet:

  • Wenn wir die Pandemie übernommen haben, dann wird alles wie früher…
  • Wenn der Krieg in der Ukraine aufhört, dann wird alles wieder billiger…
  • Wenn die Politik die Energiekrise in den Griff bekommt, dann brauchen wir uns keine Sorgen um kalte Wohnungen im Winter machen…
  • Wenn endlich der Mensch die Klimakrise ernst nimmt und dagegen etwas unternimmt, dann gehören Klimaextreme endlich wieder der Vergangenheit an…

Wenn, wenn, wenn….

Wie schon an anderer Stelle in diesem Blog erwähnt: Die Ereignisse, die die Menschheit zwischen 2020 und 2025 heimsuchen, verändern alles. Das Einzige, das fix ist, ist der Umstand, dass es nie mehr so sein wird wie früher.
Kehren wir zum eingangs geschilderten angst-besetzten Gespräch im Restaurant zurück: Um gut durch die nächsten Jahre zu kommen, lautet die Devise wie das herausragende Werk von Silke Schäfer: Raus aus der Angst

Statt der Angst sollten wir uns eher mit folgenden Gedanken beschäftigen:

  • Wie kann ich mich gut an die aktuellen Veränderungen anpassen?
  • Wo habe ich in meinem Leben Ängste, die mich derzeit oder auch in der Vergangenheit in meiner Weiterentwicklung gelähmt haben?
  • Wie kann ich diese loswerden? Reicht dafür ein gedanklicher Neustart oder brauche ich externe Hilfe?
  • Was muss in meinem Leben gehen, dass auch die Ängste gehen können?

Ängste sind wie Nebelgranaten und trüben unseren Blick für die Gegenwart und Zukunft. Nutzen wir die jetzige Zeit und steigen aus diesem Hamsterrad der Ängste aus.

Ein paar Tipps und Tricks zum Umgang mit Ängsten findest du z. B. in diesen Blogbeiträgen:

Daher: Auf in eine spannende Reise bis ins Jahr 2025!

Auf ein baldiges Wiederlesen!

Dein Andreas Reisenbauer

Wie uns fehlender Rhythmus und fehlende Gemeinschaft in die Überforderung treiben

„Die Menschen halten heute einfach nichts mehr aus und kippen bei der kleinsten psychischen Belastung um. Was haben unsere Vorfahren nach dem 2. Weltkrieg nicht alles erlebt? Das Land war zerbombt, die Männer sind gefallen oder sind schwer verletzt oder traumatisiert nach Hause gekommen. Trotzdem musste es weitergehen und niemand hatte damals ein Burnout.“

Aussagen wie diese, sind von Vertretern der Generation 50+ oft genug zu hören – manchmal auch in abgewandelter, aggressiverer Tonart.
Auf den ersten, oberflächlichen Blick haben jene, die diese Aussagen treffen, Recht. Wie können wir nur unsere heutige Belastung im Berufs- und Privatleben mit jener in den Nachkriegsjahren vergleichen. Die Menschen damals hatten (noch) keine Perspektive, die Aufbruchsstimmung nach dem Wiederaufbau und das darauffolgende Wirtschaftswunder waren noch weit entfernt.
Wir hingegen betreiben „Jammern auf hohem Niveau“: Wir leben nach Maßstäben der Nachkriegsjahre in absolut luxuriösen Umständen, leisten uns aufwändige Urlaube, leben das Prinzip der Wegwerfgesellschaft nicht nur im Konsum sondern auch in unseren zwischenmenschlichen Beziehungen. Und dann, beim geringsten Anflug einer beruflichen oder privaten Überforderung schlittern wir ins Burnout. Oder ins Long COVID, das als Sammelbegriff auch die Symptome auch einer Leistungsdepression (=Burnout) beinhaltet, zuletzt immer mehr dafür auch herhalten muss.
Wie eingangs erwähnt: Oberflächlich betrachtet, halten wir heutzutage einfach nichts mehr aus. Früher waren die Menschen einfach stabiler, sind mit handfesten Krisen viel besser umgegangen als unsereins.
Etwas tiefer betrachtet, greift diese einfache Feststellung zu kurz. Nehmen wir als Beispiel die viel zitierten „Trümmerfrauen“, die nach Kriegsende das Leben in den zerbombten Städten Deutschlands und Österreichs zu meistern hatten. Viele waren sicherlich überfordert, hatten unsägliche Zukunftsängste und wenig Vertrauen ins Leben. Dennoch vollbrachten sie schier Unmögliches und leisteten ihren Beitrag zum Wiederaufbau. Auch in der Landbevölkerung lag es oft an den Frauen, die durch Tod, Gefangenschaft oder Verletzung abwesenden Männer zu ersetzen.
Falls es den Begriff damals schon gegeben hätte: Litten diese Menschen damals an Burnout? Fehlanzeige!
Deshalb drängt sich eine zentrale Frage nach dem direkten Vergleich immer mehr in den Vordergrund:

Was gab den Menschen nach dem 2. Weltkrieg diese bewundernswerte physische Stabilität, die uns in der heutigen „Wohlstandsgesellschaft“ fehlt?

Antwort:

Die Menschen von damals wurden von zwei wesentlichen Säulen getragen: Rhythmus und Gemeinschaft
Beides ist uns allen mehr oder weniger in den letzten Jahrzehnten abhandengekommen. Eine Gegenüberstellung der beiden wesentlichen Unterschiede zwischen damals und heute:

Der Rhythmus oder der „Takt der Natur“

Damals: Heute:
  • Klare Arbeitsabläufe
  • Die Grenzen zwischen Berufs- und Privatzeiten sind nicht nur verschwommen, sondern oft nicht mehr erkennbar
  • Abgrenzung zwischen Ruhe- und Arbeitszeiten (auch wenn letztere noch ein viel höheres Ausmaß hatten als heute)
  • Pausen werden als unproduktiv abgestempelt und wir lassen einen ständigen Informations-Tsunami in Form von Social Media und News auf uns einströmen.
  • Kein Multitasking, sondern eines nach dem anderen (die Unterscheidung von „dringenden“ und „wichtigen“ Aufgaben schafften die Menschen auch spielerisch ohne dem Wissen aus dem berühmten Eisenhower-Modell.
  • Ständiges Multitasking
  • Gemeinschaftliches Leben

    Damals: Heute:
  • Die Menschen – egal ob in Städten und Dörfern – waren auf sich gegenseitig angewiesen. Kooperation war bei allen – natürlich auch damals – vorherrschenden zwischenmenschlichen Konflikten ein absolutes Muss.
  • Der Effekt des „Cocooning“ (=sich vermehrt aus der Zivilgesellschaft und Öffentlichkeit in das häusliche Privatleben zurückzuziehen) hat bereits in den späten 1980er-Jahren begonnen
  • Bei Schicksalsschlägen oder Elementarereignissen leisteten ohne viel Aufhebens andere Familien oder soziale Gruppen Hilfestellung
  • Die Nachbarn von nebenan werden eher als Störenfriede denn als Helfer bei Problemen erkannt.
  • Das gemeinschaftliche Miteinander war von vielen Ritualen – auch fernab der religiösen Zwänge – gekennzeichnet
  • Die Kommune oder der Staat wird „angeklagt“, um für Verbesserungen zu sorgen. Der Beitrag jedes einzelnen wird dabei außer Acht gelassen.

  • Fazit

    Es geht bei dieser Gegenüberstellung nicht darum, die „früheren Zeiten“ zu glorifizieren. Dennoch lohnt ein kritischer Blick zurück, was in unserer Gesellschaft im Lauf der Jahrzehnte auf der Strecke geblieben ist. Sind wir wirklich so fortschrittlich geworden?
    Und vor allem kann sich jeder von uns folgende kritische Frage stellen: Was kann ich in meinem engsten Einflussbereich tun, dass das Gute von damals in Heute integriert werden kann?

    Alles hat einen Rhythmus und ist in Gemeinschaften organisiert – die Natur lebt uns dies täglich vor. Betrachten wir selbst unser Leben, wo wir aus diesem gemeinschaftlichen Rhythmus ausgestiegen sind – und wir erhalten viele Antworten zur Verbesserung unseres irdischen und seelischen Daseins.

    Auf ein baldiges Wiederlesen!

    Dein Andreas Reisenbauer

    Image by Gerd Altmann from Pixabay